zufällige Doku

Zwischen Luxus und Dekadenz – Antike Traumpaläste am Golf von Neapel (Phoenix Doku)


Nachdem die Römer das gesamte Mittelmeergebiet im 2. Jh. v. Chr. erobert hatten, flossen Unmengen von Steuergeldern aus den neuen Provinzen in die Kassen der Mächtigen. Habgier und Luxus griffen bei Aristokraten, wie Aufsteigern um sich. Zwar wetterten die Bewahrer traditioneller Werte gegen Prachtentfaltung und Sittenverfall. Aber weder Kritik noch Gesetze konnten Genusssucht und Verschwendung eindämmen.

Besonders die Ferien-Refugien der Oberschicht am Golf von Neapel spiegeln die übertriebene Selbstdarstellung wider. Diese Region bot reichen Römern eine ideale Kulisse: eine Küste mit grandiosen Ausblicken, ein mildes Klima, Thermalquellen und einen äußerst fruchtbaren Vulkanboden. Der Golf von Neapel war das mondänste Ferienparadies der Antike.

Wer es sich leisten konnte, ließ einen ausgedehnten Palast hochziehen. Ganze Berge wurden an der Steilküste abgetragen und das Meer damit aufgefüllt. Innenarchitekten sorgten mit buntem Marmor, farbenfrohen Fresken und kostbaren Mosaikböden für ein luxuriöses Ambiente. Mit Skulpturensammlungen griechischer Meister wollten die Hausherren Kunstverstand und guten Geschmack demonstrieren. Mehr als sechzig solcher prachtvollen Landgüter dokumentieren, dass Prunk, Protz und Promis am Golf von Neapel zu Hause waren.

Kaiser Tiberius wählte die Insel Capri für seine zwölf Paläste. Dazu gehörten auch Signalturm, Sternwarte und Schwimmbecken. Es war Mode, die landschaftliche Schönheit zu gestalten, zu „verbessern“. Über Kanäle speiste man Fischteiche mit Meerwasser und in Volieren mästete man Tausende von Vögeln. Diese Anlagen garantierten den Fein- schmeckern das ganze Jahr über Qualität und Frische. Einer von ihnen war der berühmte Lucullus, einst erfolgreicher Feldherr und Konsul, der sich zum Trendsetter der römischen Kochkunst stilisierte. Die Gastgeber versuchten, sich gegenseitig mit Statussymbolen zu übertrumpfen; teures Geschirr aus Gold und Silber, exotische Leckerbissen, ausgesuchte Spitzenweine waren selbstverständlich.

Einige der überlieferten Rezepte ließ die Archäologin Elli G. Kriesch bei ihren Dreharbeiten in Neapel mit Erfolg nachkochen. Eine Vorstellung von den Traumpalästen dieser Zeit geben computeranimierte Rekonstruktionen, die ein faszinierendes Panorama dieses antiken Urlaubsparadieses am Golf von Neapel entfalten.