zufällige Doku

Zeugen des Jahrhunderts – Richard Löwenthal (ZDF Doku)


Richard Löwenthal (Pseudonym Paul Sering; * 15. April 1908 in Berlin; † 9. August 1991 ebenda) war ein deutscher Politikwissenschaftler. 1961 bis 1974 war er als Professor an der Freien Universität Berlin tätig. Er beschäftigte sich mit Problemen der Weltpolitik, der Demokratie, des Kommunismus und der Hochschulpolitik.Richard Löwenthal (Pseudonym Paul Sering; * 15. April 1908 in Berlin; † 9. August 1991 ebenda) war ein deutscher Politikwissenschaftler. 1961 bis 1974 war er als Professor an der Freien Universität Berlin tätig. Er beschäftigte sich mit Problemen der Weltpolitik, der Demokratie, des Kommunismus und der Hochschulpolitik. Er wurde als Sohn des Handelsvertreters Ernst Löwenthal (1870-1937) und Anna Löwenthal, geborene Gottheil (1880-1969), geboren. Von 1926 bis 1931 studierte Löwenthal Nationalökonomie und Soziologie in Berlin und Heidelberg. Zu seinen Professoren zählten unter anderem Alfred Weber und Karl Mannheim. 1931 promovierte er über Die Marxsche Theorie des Krisenzyklus.
Von 1926 bis 1929 war er Mitglied der KPD und leitete gemeinsam mit Franz Borkenau und Boris Goldenberg den kommunistischen Studentenverband Kostufra, die er 1929 wegen inhaltlicher Auseinandersetzungen verließ. In den folgenden Jahren engagierte er sich in der KPD-Opposition und wurde Mitglied in Walter Loewenheims Leninistischer Organisation. Nach 1933 war er als führender Ideologe in Berlin maßgeblich am Aufbau der in Gruppe Neu Beginnen umbenannten Organisation beteiligt. Zu dieser Zeit legte er sich seinen Decknamen „Paul Sering“ zu.
Im Juni 1935 kam es dann zur Spaltung der Gruppe Neu Beginnen und der Absetzung Loewenheims. Die Leitung von Neu Beginnen übernahm bis zur Gestapo-Verhaftungswelle unter den NB-Mitgliedern u.a. Löwenthal. Im August 1935 emigrierte Löwenthal in die CSR und arbeitet in Prag im NB-Auslandsbüro mit. Im April des folgenden Jahres nahm er ein Forschungsstipendiat in London an, das bis Oktober 1937 andauerte. Danach kehrte er wieder in die NB-Zentrale zurück bis er 1938 nach Paris floh. 1939 ging Löwenthal nach London, von wo aus er sich auch an der Opposition gegen den Nationalsozialismus in Deutschland beteiligte.
Im Exil pflegte er eine enge Verbindung zur Fabian Society und war Beiratsmitglied im International Socialist Forum. Außerdem trat er für die Rekonstruktion der II. Internationale ein. Da Löwenthal vom Nachkriegsprogramm der britischen Arbeiterbewegung beeinflusst war, befürwortete er auch, dass Deutschland die parlamentarische Demokratie durch eine zentrale, an den Interessen der arbeitenden Bevölkerung orientierte Investitionslenkung ergänzte. Von 1940 bis 1942 war er Mitarbeiter des Senders der Europäischen Revolution.
1945 wurde er Mitglied der SPD. Bis 1958 war Löwenthal als freier politischer Journalist für die Nachrichtenagentur Reuters und den Observer in Großbritannien tätig. 1961 wurde er als Ordinarius für die Wissenschaft von der Politik und für Geschichte und Theorie der Auswärtigen Politik an das Otto-Suhr-Institut der FU Berlin berufen, bei dem er zuvor schon als Gastdozent in Erscheinung getreten war. Des weiteren beteiligte er sich an verschiedenen Forschungsprogrammen zur Entwicklung Osteuropas (u.a. Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, Forschungsbeirat Ostblock und Entwicklungsländer bei der Friedrich-Ebert-Stiftung). 1974 emeritierte Richard Löwenthal und arbeitete weiterhin als freier Journalist in Bonn. Er war lange Jahre stellvertretender Vorsitzender der SPD-Grundwertekommission.
1978 wurde er mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet. 1983 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

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