zufällige Doku

ZDF-History: Zwischen den Zeiten (ZDF Doku)


Florian Hartung und Anja Kühne beleuchten die historischen Hintergründe und berichten über aktuelle Entwicklungen, denn die Rekonstruktion der zerrissenen Stasi-Akten ist längst noch nicht abgeschlossen.
Eine der wichtigsten Figuren im Fernsehfilm ist der Kriminaltechniker Jörn Rabe. Vorbild für die Filmrolle ist Bertram Nickolay, der sich seit Jahren um die Rekonstruktion der Akten bemüht. Seit dem Zusammenbruch der DDR verfolgt der heutige Leiter der Rekonstruktionstechnologie am Berliner Fraunhofer Institut seine Vision von der automatisierten Wiederherstellung der Stasiakten. Und wie Jörn Rabe im Film treibt auch ihn ein persönlicher Grund an: 1999 starb sein Freund, der Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Jürgen Fuchs, an Leukämie. Während seiner Haft und auch nach seiner Ausreise nach West-Berlin war Jürgen Fuchs zahlreichen „Zersetzungsmaßnahmen“ der Staatssicherheit ausgesetzt. Bertram Nickolay vermutet, auch sein Freund könnte dabei bewusst radioaktiver Strahlung ausgesetzt worden sein, um ihn zu töten.
Der Fall Jürgen Fuchs erscheint durch die Rekonstruktion in einem ganz neuen Licht. Noch nach seiner Ausbürgerung aus der DDR, so lässt sich nun dezidiert belegen, verfolgte ihn die Stasi auf Schritt und Tritt und drangsalierte ihn. Auch von anderen bewegenden Geschichten aus den rekonstruierten Akten berichtet die Dokumentation. Zu den Geschichten haben die Autoren Zeitzeugen gefunden, die von ihrer Verfolgung durch die Staatssicherheit berichten.
„Je besser wir die Diktatur begreifen, desto besser können wir die Demokratie gestalten“, sagt Roland Jahn, Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde BStU, im Interview. „Jedes Dokument, das zusammengesetzt wird, hat für den Einzelnen einen ganz besonderen Wert. Die Menschen können so ihr eigenes Schicksal aufklären und verstehen.