zufällige Doku

Walter Scheel – Die Besten im Westen (Phoenix Doku)


„Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn“. Dieses Lied, das er 1973 als Außenminister sang, machte Walter Scheel fast noch berühmter als die große Politik und zeigt zugleich seinen Platz: vorn. Dorthin drängte es ihn zeit seines Lebens. In der Schule saß er in der ersten Reihe, im Krieg flog er als Nachtjäger vorneweg, und als Politiker machte er eine beispiellos rasante Karriere: 1946 Stadtverordneter, 1950 Landtagsabgeordneter, 1953 Bundestagsabgeordneter, 1958 Europaparlamentarier, 1961 Bundesminister, 1968 FDP-Parteivorsitzender, 1969 Vizekanzler, 1974 Bundespräsident.
Geboren 1919 in Solingen, wuchs Walter Scheel in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern glaubten an seine Talente und schickten ihn aufs Gymnasium. Schon mit zwölf Jahren machte er einer Fabrikantentochter einen Heiratsantrag. Zehn Jahre später wurde sie seine Frau. Mit der Scheel-typischen Mischung aus Heiterkeit und eisernem Willen hatte er sein Ziel erreicht.
Gleich nach dem Krieg ging Walter Scheel in die Politik. Als überzeugter Liberaler machte er als junger Abgeordneter in der kleinen FDP schnell Karriere. Scheel wurde zum Hoffnungsträger der Partei und führte sie als Vorsitzender zum neuen Koalitionspartner SPD. Zusammen mit Willy Brandt brachte er die CDU erstmals in die Opposition und schuf sich in der sozial-liberalen Ära seinen Platz im Geschichtsbuch. Die von ihm als Außenminister mitgeführte, heftig umstrittene Ostpolitik der 70er Jahre wurde zur Grundlage für die deutsche Einheit.