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Verschwörungstheorien – Amerikas Symbole


Die politische Entwicklung in den Vereinigten Staaten während und nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg wurde wesentlich durch Freimaurer wie George Washington und Benjamin Franklin und freimaurerfreundliche Politiker wie Thomas Jefferson geprägt. Das gemäßigt freimaurerische Element (ohne antireligiöse Stoßrichtung) gehört zum zentralen Erbe der amerikanischen Revolution und konnte sich auch in der Folge, ungeachtet politischer und religiöser Vorbehalte anderer Gruppen, auf breiter Basis entfalten. Zur Bildung einer gemeinsamen Großloge aller Bundesstaaten kam es allerdings nie. Politischer Widerstand gegen den Freimaurer Andrew Jackson führte zur Bildung einer kurzlebigen Anti-Freimaurerpartei, die bei den Präsidentschaftswahlen von 1828 und 1832 erfolglos Kandidaten aufstellte. Großen Aufschwung nahm die Freimaurerei in den USA in den Jahrzehnten zwischen 1870 und 1930, wovon auch viele wahrzeichenhafte Bauten zeugen. Zu den amerikanischen Präsidenten, die Freimaurer waren, zählen unter anderem Theodore Roosevelt und Franklin Delano Roosevelt Am Höhepunkt der Verbreitung des Bundes, 1929, gehörten 8,6% der männlichen Bevölkerung der USA der Freimaurerei an, und 1960 war mit über 4 Millionen Mitgliedern ein Durchdringungsgrad von 7,6% gegeben. Der Aufnahmewelle nach 1945 entspricht allerdings ein deutlich feststellbarer Abschmelzprozess in den letzten Jahrzehnten, der auch für die karitative Tätigkeit der Logen Probleme aufwirft. Dennoch ist in den USA wie in Großbritannien bis heute Mitgliedschaft in freimaurerischen Organisationen als mittelständisches Massenphänomen anzusehen. Dem entspricht unter anderem auch eine selbstbewusste architektonische Eigendarstellung. Gegen die eigene Regierung gerichtete Verdächtigungen gab es auch im Zuge der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Sie fanden auch in Europa weite Verbreitung. Demnach sei die Bush-Regierung selbst für die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon verantwortlich (Angriff unter Falscher Flagge), um ihre Kriegspläne gegen Afghanistan und den Irak umzusetzen und eine unilaterale Dominanz zu etablieren — siehe hierzu Verschwörungstheorien zum 11. September 2001. Viele aktuelle Verschwörungstheorien in den USA kreisen um die Tätigkeit der nationalen Geheimdienste. Beispielsweise wird behauptet, dass ein Versuchsprojekt der CIA zur Bewusstseinskontrolle mit dem Codenamen MKULTRA, das von den 1950ern bis in die 1970er Jahre mit Wahrheitsseren experimentierte, keineswegs eingestellt worden sei. Auch die NSA mit ihrem mächtigen Abhörapparat Echelon weckt verschwörungstheoretische Befürchtungen, wie sie zum Beispiel 1998 der Film Der Staatsfeind Nr. 1 mit Will Smith und Gene Hackman illustrierte. Nach Ansicht des amerikanischen Politologen Daniel Pipes sind Verschwörungstheorien besonders stark unter der afroamerikanischen Bevölkerung der USA verbreitet: Hinter den Morden an Malcolm X und Martin Luther King würden innerhalb dieser sozialen Gruppe oftmals Geheimdienste oder die Regierung vermutet. Auch die Thesen, dass Schusswaffen, Crack und AIDS — Phänomene, die bei der afroamerikanischen Bevölkerung überdurchschnittlich verbreitet sind — aus rassistischen Gründen absichtlich in deren Wohngebiete gebracht worden wären, fänden hier weite Verbreitung. Genährt werden solche Theorien auch durch offiziell bestätigte Vorschläge und Aktionen von Militärs und Geheimdiensten. Etwa die Operation Northwoods, wo Amerikaner im eigenen Land durch inszenierte Anschläge der eigenen Regierung in Mitleidenschaft gezogen werden sollten, nur um einen Vorwand für eine militärische Invasion Kubas zu schaffen.

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