zufällige Doku

Timothy Leary – Ein Professor auf LSD (Discovery/BBC Doku)


Mit seiner Forderung nach freiem Zugang zu
psychedelischen Drogen für alle wollte Timothy Leary in
den 60er Jahren die amerikanische Gesellschaft von Grund
auf verändern. Mit seinem Slogan “Turn on, Tune in, Drop
out” – übersetzt: “Törn an, mach mit, steig aus” – fand
er vor allem Anhänger unter der damals herrschenden
Hippiebewegung.

Begonnen hat Learys Karriere ganz gewöhnlich. Nach dem
College und der Militärakademie, studiert er Psychologie.
1950 promoviert er und bekommt eine erste
Assistenzprofessur. Mit seinen Forschungen auf dem Gebiet
der Persönlichkeitsanalyse macht sich Leary schnell einen
Namen und wird Lehrbeauftragter an der berühmten
Harvard-Universität. Dort beginnt er mit bewusstseinsverändernden Stoffen zu experimentieren.
Viele seiner Studenten sind begeistert und berichten von
Versuchen, in denen sie Gott gesehen haben. 1963 verliert
Leary seinen Lehrstuhl und verwandelt sich nun zum
Drogen-Guru. Seine Drogenexperimente und die damit
verbundenen Gesellschaftsideen sprechen vor allem die
Anhänger der Flower-Power-Bewegung an, die gerade in den USA ihren Anfang nimmt. Wie auch Leary empfinden die
Hippies das bestehende System als erstarrt und wollen die
etablierte Wohlstandsgesellschaft zerschlagen. Kein
Wunder, dass der Ex-Harvard-Professor in konservativen
Kreisen als Demagoge angesehen wird. Doch je mehr er
dämonisiert wird, desto provokanter werden seine Thesen
und Appelle. In nur vier Jahren wird er 20 Mal verhaftet.
Doch immer wieder findet er Sympathisanten, die ihn aus
der Misere ziehen, oder zur Flucht aus dem Gefängnis verhelfen.

1996 stirbt Leary im Alter von 75 Jahren. Und bis heute kreist der LSD-Guru über unseren Köpfen hinweg – seine Asche wurde ins Weltall geschossen.

#Drogen #Gesellschaft #Wissenschaft