zufällige Doku

Stalingrad – Der Kessel (Phoenix Doku)


Am frühen Morgen des 19. November 1942 begann eines der bewegendsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs. In den Niederungen zwischen Don und Wolga lag dichter Nebel. Um 5.20 Uhr eröffneten mehrere Tausend sowjetische Geschütze und Stalinorgeln das Feuer. „Es war atemberaubend“, erinnert sich Hauptmann Gerard Dengler noch heute mit Schaudern. Der sowjetische Angriff traf die Deutschen an ihrer empfindlichsten Stelle: im Rücken der Front, dort wo verbündete Rumänen und Italiener die Flanken der 6. Armee sicherten. Ihre Gegenwehr dauerte nicht lange. Schlecht ausgerüstet und zweifelnd am Sinn des Feldzugs ergaben sich die Einheiten der „Bundesgenossen“ der erdrückenden Übermacht. Bei Kalatsch am Don trafen die sowjetischen Panzerspitzen zusammen, die von Norden und Süden zeitgleich angegriffen hatten. Die deutsche 6. Armee war mit mehr als 300000 Mann eingeschlossen.

Schon in den ersten Tagen des Kessels wurden Munition und Verpflegung knapp. Die von Göring kommandierte Luftbrücke erreichte nie die befohlenen Transportzahlen. Kurz vor Weihnachten verzeichnete die 6. Armee erste Hungertote. Als der Befreiungsangriff einer deutschen Panzerarmee 60 Kilometer vor Stalingrad in den verschneiten Weiten der russischen Steppe stecken blieb, war das Schicksal der Eingeschlossenen besiegelt. Heiligabend wurde für die meisten zu einem traurigen Moment der Hoffnungslosigkeit. Feldpostbriefe von Soldaten an die Familien zu Hause, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden, vermitteln ein erschütterndes Bild der Lage in den Ruinen der Stadt. Hunger und Kälte, Verzweiflung und Todesangst prägten das „Fest der Liebe“ in Stalingrad. Manche Soldaten formulierten bereits Abschiedsbriefe („Unsere Zeit war schön. Aber Du bist noch jung unsere Kinder brauchen einen Vater.“) Bewegende Zeitzeugen-aussagen, Archivfilme beider Seiten und moderne Computeranimationen vervollständigen den Bericht über die
Entscheidungsschlacht an der Wolga.