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Sniper – Im Fadenkreuz der US-Scharfschützen


Als Scharfschützen werden Soldaten bezeichnet, die durch selektiven, gezielten Schusswaffeneinsatz ihren Gefechtsauftrag, zumeist auf Entfernungen über 600 Meter, ausführen. Unterschieden vom Scharfschützen wird der in die Infanteriegruppe eingebundene Zielfernrohrschütze, der mit einem Sturmgewehr oder einem Selbstladegewehr mit Zielfernrohr ausgestattet ist und bis 600 Meter kämpft. Eine prinzipiell gleiche Rolle wie den Scharfschützen kommt den Präzisionsschützen bei Polizei und Anti-Terror-Einheiten zu. Die operativen Rahmenbedingungen (Ablauf, Ziele und Rechtsgrundlagen) unterscheiden sich jedoch grundlegend. Gemeinsam ist Scharf- und Präzisionsschützen, dass sie eine spezialisierte Ausbildung durchlaufen und auf besondere Einsatzmittel wie Scharfschützenwaffen zurückgreifen. Beide erfüllen auch eine Reihe weiterer Funktionen als Aufklärer und Beobachter beim Identifizieren und Sichern potenzieller Stellungen vor Heckenschützen oder unter anderem auch als Artilleriebeobachter. Die historischen Wurzeln der Scharfschützen reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück, zu den Jäger- und Schützenbataillonen in den deutschen Armeen. Diese mit gezogenen Waffen ausgerüsteten Einheiten wurden zumeist unter den Söhnen von Förstern und Jägern rekrutiert und verfügten über eine bessere Schießausbildung als die reguläre Linieninfanterie. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg standen Soldaten aus solchen Einheiten in britischen Diensten den auch mit gezogenen Büchsen ausgerüsteten aufständischen Siedlern gegenüber. Auf diese Erfahrung und Vorbilder griff die britische Armee auch während der napoleonischen Kriegen zurück. So wurde in Großbritannien bereits im Jahr 1800 eine eigene experimentelle Scharfschützeneinheit aufgestellt, die 1802 in das reguläre Feldheer als 95th (Rifle) Regiment of Foot aufgenommen wurde. Bewaffnet wurde sie mit dem Baker Rifle, einer gezogenen Büchse im Stil deutscher Jägerbüchsen. Sie trugen dunkelgrüne Uniformröcke und dunkelgrüne oder graue Hosen, anstatt der auffälligen roten Uniformröcke und weißen Hosen der Linieninfanterie. Ähnliche Einheiten finden sich mit den Tirailleurs auch auf französischer Seite, die jedoch nach anfänglicher Ausrüstung mit Büchsen carabine de Versailles aus organisatorischen und taktischen Gründen später wieder mit glatten Gewehren bewaffnet wurden. Jäger- und Schützeneinheiten gab es in allen deutschen Armeen und auch im Russischen Zarenreich. Im österreich-ungarischen Heer wurde sogar ein Druckluftgewehr als Scharfschützengewehr ausgegeben. In Frankreich konnte sich die Scharfschützenrolle im 19. Jahrhundert nicht durchsetzen. Auch in den südeuropäischen Heeren, wie zum Beispiel in Spanien und Italien maß man der Entwicklung zunächst keine besondere Bedeutung bei. In Italien gab es innerhalb der Bersaglieri Scharfschützen mit gezogenen Büchsen. Im portugiesischen Heer (Exército Português) wurden Jägereinheiten (Caçadores) nach britischem Muster aufgestellt. Im Amerikanischen Bürgerkrieg wurden erneut eigenständige Scharfschützeneinheiten aufgestellt, so etwa die Freiwilligen der „Berdan-Sharpshooters“ der Nordstaaten. Sie trugen dunkelgrüne Uniformröcke, Hosen und Feldmützen, anstatt der üblichen dunkelblauen Uniformröcke und hellblauen Hosen der Linieninfanterie. Im Burenkrieg erlitt die britische Armee starke Verluste durch Scharfschützenfeuer irregulärer burischer Kämpfer.

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