zufällige Doku

Shoot Back – Leben am Abgrund (3sat Doku)


Sie schießen zurück: Fred Otieno im Mathare Slum © NDR/Prounen Film

Nein, einen Stadtteil kann man Mathare District in Nairobi, Kenia, nicht nennen. Ein Teil einer „Stadt“ kann nur etwas sein, was ein Mindestmaß an Verwaltungs- und Versorgungsstruktur besitzt. Der Mathare District, in dem schätzungsweise 300.000 Menschen leben, hat keine Infrastruktur: keine Straßen, keine Wasserversorgung, kein Strom, keine Abfallentsorgung und keine Polizei. Der Slum liegt in einem kleinen Tal und ist einer der größten und gewalttätigsten Afrikas. Wer hier lebt, der überlebt eigentlich nur. Eine verlässliche Kriminalstatistik gibt es nicht, denn es existiert niemand, der die Morde, Vergewaltigungen und Diebstähle erfasst.

Wer sich beim Klauen erwischen lässt, der wird gelyncht, es sei denn, er gehört zu einer Gang. Das Sagen haben in den Slums diese Banden. Kaum ein Mann wird hier 20 Jahre alt, sie werden Opfer der Drogen, der Gewalt oder sterben an AIDS. Fred und Julius haben, mit 22 und 19 Jahren, ihre Jugend überlebt. Gemeinsam mit Maureen und Serah schießen sie nun zurück. Ihre Waffen sind Videokameras.

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