zufällige Doku

Rom – Der Untergang (phoenix Doku)


Als die Hunnen 375 n.Chr. aus den Tiefen der zentralasiatischen Steppen nach Europa vorstießen, flohen die Westgoten mit römischer Erlaubnis über die Donau in die sicheren Gebiete des Imperiums. Doch entgegen aller Versprechungen blieb ihre Lage schlecht. Sie mussten Hunger leiden und wurden von den Römern drangsaliert. 394 brauchte man die gotischen Kämpfer. An der Seite des oströmischen Kaisers Theodosius errangen westgotische Verbände unter ihrem Anführer Alarich einen Sieg gegen den unrechtmäßig auf dem weströmischen Thron gelangten Eugenius. Viele Goten fielen, denn die Römer setzten sie in vorderster Front ein. Trotz ihrer Verdienste litten Alarichs Leute weiter unter den harten Lebensbedingungen. Alarich wurde zwar zum Heermeister ernannt und sein Volk durfte in Makedonien siedeln, doch der Mangel blieb. Im Jahr 402 wehrten sich die Goten schließlich auf ihre Weise. Sie zogen nach Oberitalien, um auf eigene Faust besseres Land zu finden. Der in Mailand herrschende weströmische Kaiser Honorius verlegte daraufhin seine Residenz ins sichere Ravenna. Zum damaligen Zeitpunkt war Honorius noch minderjährig. Sein Vormund, der weströmische Heermeister Stilicho, ein Vandale, führte für ihn die Amtsgeschäfte. Stilicho gelang es schnell, die Westgoten aus Oberitalien zurückzudrängen. Er traf mit ihnen eine neue Vereinbarung, versprach ihnen gutes Land und machte sie wieder zu Verbündeten. Alarich vertraute Stilicho. Doch wieder wartete sein Volk Jahre lang auf Besserung. Nach dem Tod des oströmischen Kaisers Arkadius, des Bruders von Honorius, mischte sich Stilicho in die Nachfolge-Frage massiv ein. Er wurde zum Staatsfeind erklärt, und als Staatsfeind schützte ihn nur noch das Kirchenasyl. Im Vertrauen auf das Jahre lange persönlich wie politisch gute Verhältnis zu Kaiser Honorius ließ sich Stilicho durch ein Garantieschreiben aus der Kirche locken – ein fataler Fehler. Er wurde umgehend hingerichtet. Ein schwerer Schlag auch für die Westgoten – damit hatten sie ihren „Vertrauensmann“ auf römischer Seite verloren.