zufällige Doku

Ritt durchs Riff – auf den Spuren der Seepferdchen (arte/ARD Doku)


Seepferdchen zählen zu den skurrilsten Bewohnern der Meere. Die filmische Reise auf den Spuren der zu den Fischen zählenden Lebewesen führt in die schönsten Unterwasserparadiese der Erde.
Seepferdchen gehören zu den skurrilsten Wesen der Weltmeere. Seit jeher bezaubern die oft farbenfrohen Planktonjäger die Menschen. In der griechischen Mythologie ziehen sie den Streitwagen Poseidons. Heute zählen sie zu den Publikumslieblingen in den Schauaquarien. Bei Seepferdchen bringen die Männchen die Jungen zur Welt, denn gleich bei der Eiablage bugsiert die Mutter den Laich in die Bauchtasche des Vaters. Männchen und Weibchen bleiben meist für immer zusammen. Seepferdchen können sich fast bis zur Unsichtbarkeit tarnen, die Färbung wechseln, Laute erzeugen und sich verständigen. Sie sehen gut und können ihre Augen sogar unabhängig voneinander bewegen. Diese und andere Eigenschaften waren der Grund, Seepferdchen medizinische Wirkungen anzudichten – mit fatalen Folgen. Allein in Fernost werden jährlich Abermillionen für pseudomedizinische Zwecke vermarktet.
Der filmische „Ritt durchs Riff“ beginnt im Mittelmeer. In der südfranzösischen Lagune „Étang de Thau“ profitieren Seepferdchen von der Austernzucht. Und in den ausgedehnten Seegraswiesen der streng geschützten Gewässer rund um die spanische Insel Tabarce gewähren die Rösser Poseidons Einblick in ihr Fortpflanzungsverhalten. Nächste Station ist der Golf von Mexiko. Wissenschaftler der Universität Tampa versuchen hier, die Klicklautsprache der Seepferdchen zu entschlüsseln und sie markieren die Tiere mittels winziger Injektionen. In Hongkong wiederum geht es um die riesigen Mengen der Handelsware Seepferdchen. In einer traditionellen chinesischen Apotheke lässt das sich Ausmaß der Vernichtung erahnen. Dagegen liegt vor der Philippinen-Insel Bohol ein maritimer Garten Eden. Der „Ritt durchs Riff“ endet in Nordfriesland. Vor wenigen Jahren sind hier nach Jahrzehnten der Abwesenheit vereinzelt Seepferdchen gefangen worden. Ob die Tiere im Wattenmeer eine Zukunft haben, bleibt abzuwarten.