zufällige Doku

Plötzlich ist das Kind tot (Phoenix Doku)


Immer wieder sterben in Deutschland Kinder an Misshandlung. Oft sind die Familien, in denen solche Katastrophen geschehen, den Jugendämtern bekannt. Aber die Sozialarbeiter, die den staatlichen Auftrag haben, die ihnen anvertrauten Kinder zu schützen und ihnen eine Perspektive zu bieten, scheinen zu versagen. Welche Fehler begehen die Jugendämter in Deutschland – sind sie überhaupt in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen?Sie heißen Chantal oder Zoe, Bastien oder Marina. Immer wieder sterben in Deutschland Kinder an Misshandlung. Oft sind die Familien, in denen solche Katastrophen geschehen, den Jugendämtern bekannt. Aber die Sozialarbeiter, die den staatlichen Auftrag haben, diese Kinder zu schützen und ihnen eine Perspektive zu bieten, scheinen zu versagen.Welche Fehler begehen die Jugendämter, sind sie überhaupt in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen?Die Verantwortlichen in den Ämtern verweisen oft auf eine zu dünne Personaldecke und die damit verbundene Überlastung ihrer Mitarbeiter. Kritiker monieren schlechte Bezahlung und fehlende Erfahrung. Fest steht: Die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe steigen seit Jahren, in Deutschland von 5,1 Milliarden im Jahr 2001 auf 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2010.Aber auch die Fallzahlen steigen dramatisch: Erhielten 2008 knapp 800.000 Kinder und Jugendliche sogenannte Hilfen zur Erziehung, waren es zwei Jahre später schon 866.000, ein Zuwachs von etwa acht Prozent. Steigende Armut, auseinanderbrechende Familien, zunehmende Gewalt, diese gesellschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass Jugendämter immer stärker die Rolle der „gesellschaftlichen Feuerwehr“ übernehmen müssen.Ein Jahr nach dem Tod der elfjährigen Chantal in Hamburg gehen die Filmemacher Nadja Frenz und Michael Richter auf Spurensuche. Sie rekonstruieren, auch anhand interner Unterlagen, die Umstände, die zum Tode Chantals führten.Das Hamburger Jugendamt öffnete für diese Dokumentation erstmals seine Türen. So entsteht ein facettenreiches Bild einer gesellschaftlichen Realität, die gerne totgeschwiegen und ausgeblendet wird. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen, in politischen Sonntagsreden gerne propagiert, steht im Alltag meist ganz unten auf der Agenda der Verantwortlichen.