zufällige Doku

Palawan, das Dorf der Gefangenen (arte Doku)


Iwahig auf der philippinischen Insel Palawan ist ein besonderes Gefängnis. Hier sind die meisten Wächter selbst Häftlinge. Dichter Regenwald umgibt die Strafkolonie und bildet einen natürlichen Grenzwall, der Mauer und Zäune überflüssig macht. Wer von hier fliehen will, kann allein kaum überleben. 28.000 Hektar weit erstreckt sich das Iwahig-Areal im bergigen Inneren der Insel. Zum Gefängnis wurde die tropische Idylle Ende des 19. Jahrhunderts, als die spanischen Kolonialherren politische Aufständische nach Iwahig verbannten. Doch erst 1904, zur Zeit der amerikanischen Besatzung, gründete das US-Militär hier eine Strafkolonie für Unabhängigkeitskämpfer und zwang sie, zur Selbstversorgung die Felder zu beackern. Damals trugen die Häftlinge noch Ketten. Heute wohnen und arbeiten die Insassen hier völlig unbewacht. Doch auch in Iwahig ist das Leben keineswegs so paradiesisch, wie es die Strände, Korallenriffe und Palmen vermuten lassen. Immer wieder bricht Gewalt unter den Häftlingen aus. Und jeder muss für sein Überleben selbst sorgen. Nur 45 Pesos – soviel wie zwei Packungen Instant-Nudeln kosten – zahlt der Staat jedem Gefangenen pro Monat. Wer Geld, eine bessere Arbeit oder einen wichtigen Posten hat, bekommt in Iwahig ein Bett. Wer zur unteren Kaste der Gefangenenhierarchie gehört, dem bleibt nur ein Stück Pappe auf dem Boden. Nur bei guter Führung werden Gefangene in den Freiheitstrakt von Iwahig verlegt. Dort, in der tropischen Natur, wartet dann nicht nur ein Bett auf sie, sondern auch eine Arbeit, die ihnen das zurückgeben könnte, was sie im Gefängnis lange verloren glaubten – ihre Würde.