zufällige Doku

Otto von Bismarck – Der Junker aus der Altmark (MDR Doku)


Als die Flut der 48er Revolution die Altmark erreicht, stellt sich ihr ein Mann entgegen — Otto von Bismarck. Den „frechen“ Revoluzzern aus Tangermünde, die in seinem Dorf die schwarz-rot-goldene Fahne hissen wollen, will es der stramme Monarchist zeigen und vertreibt sie mit einer Horde Bauern, einem Gewehr und einer Reitpeitsche. So zumindest hat es sich der greise Bismarck in seinen Memoiren auf den Leib getextet.
Geboren 1815 in Schönhausen, als Sohn eines Junkers und einer ehrgeizigen Bürgersfrau, sieht sich Klein-Otto schon früh zu Höherem berufen. Nach strenger Erziehung, einem Lotterleben als Student und der tragischen Liebe zur Verlobten seines besten Freundes, landet er doch noch im glücklichen Ehehafen und kennt von nun an nur eine Droge: die Politik.
Schnell arbeitet sich der wortgewaltige Bismarck vom altmärkischen Provinzpolitiker zum Mitbestimmer im Preußischen Landtag hoch. Bis auf die Knochen konservativ, steht er immer auf der Seite des Königs. Den will er 1848 gar mit seinem heimatlichen „Bauernheer“ vor den Demokraten retten. Die Treue zahlt sich aus, denn ein preußischer Monarch gibt Bismarck 1862 die Chance seines Lebens und macht ihn zum Regierungschef. Wie kein anderer beherrscht der als Vielfraß verschriene Hüne die Klaviatur des Machtgeschäfts.
Seine Kriege geben den Deutschen das ersehnte Reich und machen ihn zum Übervater der Nation, mit „Zuckerbrot und Peitsche“. Knebelt er als Sozialistenhasser die Linken mit diktatorischen Gesetzen, so bringt er zum Ausgleich dem Volk Renten- und Krankenversicherung. Ohne Frage ist Otto von Bismarck einer der größten (Mittel)deutschen.
1898 stirbt er am Ende einer Ära, die heute seinen Namen trägt.