zufällige Doku

Ostwärts – Eine Reise durch das Baltikum (MDR Doku)


Ein Rucksack, ein Ticket von Leipzig nach Klaipeda – Litauen und 30 Tage Zeit, das ist alles was Julia Finkernagel mit auf ihre Reise durch das Baltikum nimmt. Ihr Ziel hat sie ganz fest vor Augen: Tallinn. Hauptstadt von Estland. Mit ihrem Rucksack macht sie sich auf zu einer erlebnisreichen Reise immer auf der Suche nach den besonderen Geschichten der Menschen, die diese Region prägen. Start ist am Leipziger Hauptbahnhof. 31 Stunden, drei Züge, zwei Fähren und einen Bus später ist Julia am ersten Ziel ihrer Rucksacktour: die Kurische Nehrung – zur Hälfte Russland, zur anderen Hälfte Litauen. In einer alten Villa in Nida macht Julia ihren ersten Stopp. Das Haus hat eine lange Geschichte, denn es hat den zweiten Weltkrieg und die sowjetische Besetzung als Poliklinik nahezu unbeschadet überstanden. Eine der ehemaligen Ärztinnen, Jovita Drungiliene, hat nach der friedlichen Revolution ihren Traum verwirklicht und die Villa in eine Pension verwandelt. Jovitas Ehemann Regimantas zeigt Julia die höchste Wanderdüne der Welt, die so einige Dörfer unter sich begraben hat. Weiter geht es nach Riga, Hauptstadt Lettlands und in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt. Riga hat es Julia angetan. Nicht nur die engen Gassen und die schöne Jugendstilarchitektur faszinieren sie, sondern auch ein Ereignis, das das Baltikum am 23.08.1989 grundlegend ändern sollte. Millionen Esten, Letten und Litauer gingen auf die Straße und sangen sich frei – frei von der sowjetischen Besetzung. Als friedlicher Höhepunkt der „Singenden Revolution“ ging dieser Tag in die Geschichte ein. Nächste Station Estland, genauer zum Peipussee. Dort haben sich vor dreihundert Jahren russische Altgläubige angesiedelt, weil sie für ihren Widerstand gegen die Kirchenreformen im Zarenreich verfolgt wurden. Julia bereist die kleinen Dörfer am See und nimmt die Altgläubigen und ihre Traditionen unter die Lupe.