zufällige Doku

Mythos Rommel – Der Krieger (ARD Doku)


„Wo Rommel ist, ist vorn!“, hieß es schon im Ersten Weltkrieg über den schwäbischen Frontsoldaten. Die deutsche Niederlage von
1918 bringt auch für den hoch dekorierten Hauptmann Erwin Rommel zunächst das Ende seiner Karriere. 14 Jahre wird er nicht
befördert. Erst nach 1933 geht es scheinbar wieder aufwärts — auch Rommel ist geblendet von den „Erfolgen“ Hitlers. Als Kommandeur des Führerhauptquartiers, auf militärisch unbedeutendem Posten, befindet er sich beim Überfall auf Polen im September 1939 in unmittelbarer Nähe des Diktators. Rommel wird zum überzeugten Anhänger Hitlers. Das zahlt sich aus: Beim Einmarsch in Frankreich erhält er das Kommando über eine Panzerdivision.

Als 1941 der Krieg des Achsenpartners Italien gegen England in Nordafrika zu scheitern droht, schickt Hitler seinem Spießgesellen
Mussolini Hilfe; an die Spitze der deutschen Truppen stellt der Diktator seinen „verwegensten Panzergeneral“ — Rommel! Mit Feuereifer stürzt der sich in seinen neuen Auftrag.

Vom ersten Tag in Afrika wird Rommels Feldzug auf Film und Foto festgehalten; die Propaganda hebt einen Mythos aus der Taufe.
Tatsächlich stößt Rommel im ersten Jahr in Afrika an seine Grenzen; die Festung Tobruk wird monatelang belagert — ohne Erfolg. Hunderte deutscher Soldaten verbluten hier sinnlos für den Ehrgeiz ihres Kommandeurs. Ende 1941 stehen Rommels Truppen wieder an dem selben Ort, von dem im März des Jahres die deutsche Offensive ihren Ausgang nahm.

Der Rückzug wird zum „Abwehrsieg“ umgemünzt. Hitler braucht jetzt seinen Paradegeneral: Rommels Ruf lenkt ab von den Misserfolgen
in Russland. Die Propaganda bläst jeden Vorstoß in Libyen zu heroischen Dimensionen auf. Der Mythos Rommel wächst und stützt das System. Dass Hitler im Osten einen Vernichtungskrieg führt, der alle Dimensionen sprengt, ahnt der „Wüstenfuchs“ noch nicht. Den Befehl, französische und deutsche Fremdenlegionäre zu ermorden, die für die Briten kämpfen, verweigert er.

Rommel interessiert sich nur für seinen Krieg. Im Juni 1942 steht er wieder vor Tobruk. Diesmal hat er Erfolg: Der Fall der Festung am 21. Juni zementiert seinen Mythos für die Ewigkeit.Was Rommel nicht ahnt — den Krieg in Nordafrika hat er an diesem Tag verloren.