zufällige Doku

Mittelalter – Die Eroberung Amerikas


Christoph Kolumbus (ital. Cristoforo Colombo, span. Cristóbal Colón, port. Cristóvão Colombo, engl. Christopher Columbus, latinisiert Columbus, eingedeutscht Kolumbus; * 1451 (?) in Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein genuesischer Seefahrer in spanischen Diensten, dem im Jahr 1492 die Wiederentdeckung Amerikas gelang. Wie heute bekannt, wurde der amerikanische Kontinent schon rund 500 Jahre vor Kolumbus von Leif Eriksson oder anderen Isländern entdeckt. Wenn Kolumbus gleichwohl bis heute als maßgeblicher europäischer Entdecker Amerikas gilt, ist dies darauf zurückzuführen, dass erst seine Reisen zu dauerhafter Kolonisierung durch Menschen anderer Kontinente in geschichtlicher Zeit führten. Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte Kolumbus am 12. Oktober 1492 die dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten Karibischen Inseln. Er selbst war bis zu seinem Lebensende der Ansicht, eine Route auf dem Seeweg nach „Hinterindien“ entdeckt zu haben. Anders als oft behauptet, glaubte er nie, Indien selbst erreicht zu haben. Die Bewertung seiner Taten und Leistungen ist Gegenstand kontroverser Debatten. Dem Entdeckerdrang, der ihm zugeschrieben wird, und dem Mut, in unbekannte Gewässer vorzustoßen, steht gegenüber, dass die Spanier in der Folgezeit die indianische Bevölkerung versklavten und Gräueltaten verübten. Ob Kolumbus auch direkt selbst für derartige Taten verantwortlich war, ist unklar. Seine Aufzeichnungen wecken allerdings auch Zweifel an einer allein durch Entdeckerdrang bestimmten Motivation. Aus seinen Logbüchern und Briefen geht hervor, dass er vorrangig auf der Suche nach Edelmetall-Vorkommen war. Auf seiner zweiten Reise kehrte Kolumbus 1493 mit 17 Schiffen und einer Besatzung von 1.500 Mann in die Neue Welt zurück. Mit Errichten seines ersten Lagers auf der Insel Hispaniola begann die Unterdrückung der indianischen Bevölkerung. Wie die Spanier in den Jahrzehnten nach Columbus mit den Indianern umgingen, ist in den Aufzeichnungen des Dominikanermönchs Bartolomé de Las Casas, beschrieben, der von 1512 bis 1547 in Spanisch-Amerika lebte. Las Casas berichtet in seiner Streitschrift Kurzbericht über die Verwüstung Westindiens 1542 von Massenmorden, Verbrennungen, Vergewaltigungen und Zerstückelungen, wobei auch Kinder, Schwangere oder Alte nicht verschont wurden. Auf seiner dritten Reise (1498–1500) hatte Kolumbus mit der Verteilung von Pflanzland und der Zuteilung von Indios an einzelne spanische Siedler begonnen. Ähnliche „Verteilungen“ (Repartimientos) waren später als Encomiendas (encomendar = anvertrauen) in Lateinamerika weit verbreitet. Die Encomenderos genannten Inhaber dieser Rechte hatten die Auflage, die Indios zum Christentum zu bekehren und für ihren Schutz zu sorgen, dafür durften sie von den Indios Abgaben verlangen. Systematischer Missbrauch war die Folge, und das Encomienda-System verkam alsbald zu einer Form der leiblichen Unfreiheit der Indios, die von Sklaverei kaum zu unterscheiden war. Zwangsarbeit und schlechte Lebensbedingungen führten bei den Indios zum Verlust des sozialen Gefüges, als Folge davon zu Unfruchtbarkeit („Gebärstreik“) und Selbstmorden. Ein großer Teil der Bevölkerung starb nicht durch direkte Gewalt, sondern infolge von Landraub, unmenschlicher Behandlung und eingeschleppten Krankheiten. Die Bevölkerungszahl Hispaniolas sank von geschätzten 400.000 bis 1 Million zur Zeit der ersten Entdeckungsfahrt auf ca. 100.000 im Jahr 1504. Bis 1514 sank ihre Zahl auf 22.000 und 1542 waren es laut Las Casas „kaum noch 200″, die am Leben waren. Die Zahl der Einwohner des karibischen Raumes vor dem Eintreffen von Kolumbus betrug bis zu 15 Millionen.

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