zufällige Doku

Mexiko – Drogen, Dollar, Depression (3sat Doku)


Mexikos Wirtschaft ist geprägt durch die Abhängigkeit zu den USA und die Macht der Drogenbanden. Mexiko ist die zweitreichste Volkswirtschaft Lateinamerikas – hauptsächlich weil das Land in enger Abhängigkeit mit seinem Nachbarn USA lebt. Rund 85 Prozent aller mexikanischen Waren gehen in die Vereinigten Staaten. Der Norden Mexikos ist längst zur verlängerten Werkbank der ungeliebten Yankees geworden. Und jeder zehnte Mexikaner lebt mittlerweile in den USA. 25 Milliarden Dollar schicken die Emigranten jedes Jahr heim – eine der wichtigsten Geldquellen des Landes. Eine ungesunde Abhängigkeit. Zumal der Geldstrom aus dem Norden im Zuge der Wirtschaftskrise immer weiter abnimmt. Doch die mexikanische Wirtschaft hat auch viele hausgemachte Probleme: Noch immer terrorisiert die mächtige Drogenmafia das Land. Seit Präsident Calderon vor zwei Jahren den Drogenkartellen den Kampf angesagt hat, eskaliert die Gewalt. Die Kartelle bekriegen sich untereinander und den Staat. Die Großbanden aus Sinaloa, dem Golf und Tijuana sind mächtig wie einst die von Medellín und Cali in den Zeiten des legendären Kolumbianers Pablo Escobar. Sie halten sich hochgerüstete Privatheere, jedes Jahr erreichen die Mordstatistiken neue Rekorde. Die Wirtschaftreportage “Mexiko – Drogen, Dollar, Depression” von Doris Ammon zeigt ein Mexiko, das stark geprägt ist durch die Abhängigkeit zu den USA und der Macht der Drogenbanden. Während früher vor allem die nördlichen Grenzgebiete zum Abnehmerland USA heiß umkämpft waren, so schwappt seit Neuestem die Gewaltwelle auch in die beliebten Touristenorte Cancun und Acapulco. Nach einer UN-Studie sind 63 Prozent der mexikanischen Gemeinden von Angehörigen der Drogenbanden durchdrungen. Experten erwarten, dass 2009 Rauschgiftbosse wieder versuchen, ihre Strohmänner in Rathäuser und Regionalregierungen zu bringen, und selbst die nächste mexikanische Regierung ein willfähriges Instrument der Drogenbosse werden könnte.

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