zufällige Doku

Marokko – Wüstenmagie und vergessene Paläste (Phoenix Doku)


Tiegel, Töpfchen und die Straußenfedern hat Abdelmajid Oumbark gerade ausgepackt und schon ist er dabei seine Produkte anzupreisen: „20 Dirham nur, 20 Dirham und Du wirst sehen wie der Tiger in Dich fährt.“ Abdelmajid Oumbark ist Marktschreier, er handelt mit Kräutern aus der Wüste, die gegen alle möglichen Zipperlein helfen sollen. Doch am meisten Aufmerksamkeit erntet er, wenn er mit markigen Sprüchen seine Potenzmittel an den Mann und – ganz selten auch – an die Frau bringt. Über Sexualität in aller Öffentlichkeit zu sprechen ist in Marokko üblicherweise ein absolutes Tabu – gerade deshalb umso spannender.

Annekarin Lammers hat für PHOENIX mit ihrem Kamera-Team den Kräuterheilkundler Abdelmajid Oumbark begleitet und seine Familie in der Palmenoase Tanzida im Süden Marokkos besucht. Und sie ist mit ihm zu dem Minendorf Mbladen gereist.

Dort leben die Bewohner von dem Blei, das sie aus einer verlassenen Mine schlagen oder sie graben tiefe Löcher, um dort nach Kristallen zu suchen. Auch Kinder findet man dort unter Tage. Sie arbeiten ohne Schutz, gebückt oder im Liegen. Der Bleistaub legt sich in ihre Lungen und die kalte Luft dringt durch ihre Glieder, bereitet Schmerzen.

Auch deshalb sind sie dankbare Kunden, wenn Abdelmajid im Dorf seine Kräuter anbietet. Heilkräuter werden in Marokko jedoch nicht nur auf Märkten angepriesen. In Großstäden wie Fés gibt es vollgestopfte Apotheken mit tausenderlei Pülverchen und Pasten aus Pflanzen, die Heilkräfte haben sollen. Die Königsstadt Fés ist außerdem das geistige Zentrum Marokkos mit prächtigen Koranschulen und alten Palästen. Bunte Mosaike zieren die Wände. Denn das ist eine Spezialität der Handwerker von Fés. Jedes Puzzleteilchen wird in einer der zahlreichen Keramik-Werkstätten handgefertigt. Weltweit sind die Handwerker aus Fés gefragt, um Moscheen mit Mosaikfliesen zu schmücken.