zufällige Doku

London – Eine Stadt will hoch hinaus (arte Doku)


Das Beispiel von Großbritanniens Hauptstadt London zeigt, dass die Zukunft der Städte – vor allem der Großstädte – vertikal sein wird. Das Anwachsen der Stadtbevölkerung, die Zunahme der Single-Haushalte und eine intensive Immobilienspekulation lassen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum immer deutlicher werden. Der Bau neuer Wohnungen ist notwendig. Doch eine ungehemmte Ausdehnung in der Fläche, wie es früher üblich war, ist heute nicht mehr möglich. Da bleibt nur der Bau in die Höhe.

Großbritanniens Metropole London ist das Paradebeispiel für horizontale Städteplanung. Ausgedehnte Reihenhaussiedlungen und regelmäßig angeordnete Villen sowie kleine, zwei- bis dreistöckige Gebäude um das historische Stadtzentrum herum prägen das Bild. Londons Hommage an den horizontalen Urbanismus steht auch für individualistische Neigungen und für typisch britische Vorstellungen von Komfort und Behaglichkeit. Doch das Anwachsen der Stadtbevölkerung und eine intensive Immobilienspekulation stellen diesen städtebaulichen Ansatz immer mehr infrage. Wie in vielen anderen europäischen Hauptstädten herrscht in London akuter Mangel an erschwinglichem Wohnraum für die Mittelschicht, und der soziale Wohnungsbau ist völlig unterentwickelt. „Wenn jeder sein Haus in der Vorstadt hätte, würden die Grünflächen im Lande restlos verschwinden“, gibt der Architekt Ian Simpson zu bedenken. London steht also vor der beinahe unlösbaren Aufgabe, eine ständig wachsende Bevölkerung auf einer begrenzten Fläche unterzubringen, dabei die Wünsche der Mittelklasse sowie die Bedürfnisse der noch stärker gefährdeten Schichten zu berücksichtigen und gleichzeitig seine Identität in einem Umfeld wilder Immobilienspekulation zu wahren. Offenbar schlägt wieder die Stunde der Wolkenkratzer.

Das in der Dokumentation gezeigte London des Jahres 2008 ist eine gigantische Baustelle. Sie lässt ahnen, wie die Stadt der Zukunft aussehen wird.