zufällige Doku

Libyens Wüstenwasser – Der künstliche Fluss durch die Sahara (arte Doku)


Libyen besteht zu 95 Prozent aus Wüste. Im Süden der Sahara regnet es so gut wie nie, statistisch gesehen alle 25 Jahre. Inmitten dieses extrem trockenen Klimas liegt die legendäre Oase Kufra.

Vor 20 Jahren wurde auf der Suche nach Öl entdeckt, dass tief unter ihr riesige Mengen an Wasser lagern. Libyens Staatschef Muammar al-Gaddhafi rief das „Great Man Made River Project“ ins Leben. Der große von Menschen gemachte Fluss soll auf Jahrhunderte Wasser für Libyen sichern.

SENDETERMIN
Sa, 12.02.11, 07.30 Uhr
Das Oasengrundwasser stammt noch aus einer Zeit, als in Europa Eiszeit herrschte und die Sahara ein feuchtes, grünes Land war. Die Wasserreserven im unterirdischen Kufra-Becken entsprechen der Wassermenge, die in 220 Jahren den Nil hinunter fließt.

Seit 1984 baut der Wüstenstaat tausende von Kilometern lange Wasserpipelines durch die Sahara. Der bisher verbrauchte Zement für die Pipelines hätte für eine Autobahn von Tripolis bis Indien gereicht; allein die östliche Wasserpipeline ist 1.895 Kilometer lang. Das gigantische Projekt ist auch ein Arbeits-, Bildungs- und Infrastrukturprogramm für Libyen. Wenn die Wasserleitung fertig ist, soll Ackerbau in großem Stil betrieben werden. Getreideanbau ist nicht nur geplant, um sich von Nahrungsmittelimporten unabhängig zu machen – vielmehr will Libyen Agrar-Exportland werden.

Das Wüstenwasser ist zu einem staatlichen Grundpfeiler geworden und ein Denkmal für den Staatschef. Die Frage westlicher Kritiker bleibt jedoch bestehen: Wäre eine Meerwasseraufbereitung an der Küste nicht nachhaltiger und letztlich auch billiger gewesen als dieses riesige Unternehmen?

#Libyen #Natur #Gesellschaft