zufällige Doku

Krieg gegen den Terror – Stockfinster (arte Doku)


Nach dem 11. September 2001 wollten die USA der Terrorgefahr mit einer breit angelegten Offensive begegnen. Hinter den Kulissen jedoch lieferten sich die CIA und die amerikanische Regierung ein erbittertes Gefecht, in dem die Rivalitäten zwischen einzelnen Männern und einzelnen Behörden eine Rolle spielten. Unter diesem Aspekt beleuchtet die Dokumentation die Entscheidungen der USA über das Vorgehen in Afghanistan und im Irak.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bereitete Vizepräsident Dick Cheney die amerikanische Öffentlichkeit darauf vor, dass die Regierung on the dark side, auf der stockfinsteren, verborgenen Seite, agieren müsse. Cheney hatte gleich nach Antritt der Bush-Administration seine Verbündeten in der Regierung platziert. Sie beförderten eine markige Außenpolitik, die – vor allem im Irak – den Präventivschlag einschloss. Ein potenzielles Hindernis war dabei allerdings CIA-Chef George Tenet. Ihm war es gelungen, die Clinton-Administration zu überdauern, indem er unter Umgehung Cheneys eine persönliche Bindung zu Bush aufbaute. Nach dem 11. September versuchte der Vizepräsident, die Initiative wieder an sich zu reißen und die Befugnisse des Präsidenten zu erweitern, indem er Druck auf die Geheimdienste ausübte und die Terrorbekämpfung auf den Irak ausrichtete. Sein Hauptverbündeter hierbei war Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Zu Beginn des Anti-Terror-Feldzugs wurden die Operationen in Afghanistan von Tenets CIA gesteuert. Während Tenet jedoch immer wieder darauf hinwies, dass es zwischen Al-Kaida und dem Irak keine Verbindung gebe, arbeiteten Cheney und Rumsfeld ihrerseits an einem Geheimplan, der diese These in Misskredit bringen und damit ihren Verfechter samt der CIA ausbooten sollte. Für die Offiziere der Nachrichtendienste war die Botschaft klar: Dick Cheney wollte unbedingt Beweise dafür, dass vom Irak eine Bedrohung ausgehe. Als Schlüsselargument für die Legitimierung des Krieges führte die US-Regierung einen von der CIA im Oktober 2002 vorgelegten Bericht an, der angeblich den Beweis dafür lieferte, dass der Irak die Herstellung von Massenvernichtungswaffen betrieb. Paul Pillar, einer der maßgeblichen Verfasser des Berichtes, gab später zu, dass das Dokument in Rekordzeit und unter politischem Druck entstanden und der Krieg ohnehin beschlossene Sache war.

Die Dokumentation zeichnet diese Begebenheiten nach und beleuchtet George Tenets Rolle bei der Vorbereitung des Irak-Krieges. Trotz der Wende, die die Ereignisse nahmen, verblieb Tenet zunächst auf seinem Posten. Doch als die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak fehlgeschlagen war, nahmen die Spannungen zwischen der CIA und dem Cheney-Lager immer mehr zu. In Regierungskreisen zirkulierte sogar das Gerücht, die CIA betreibe eine verdeckte Operation zur Destabilisierung des Präsidenten. In einer Kampagne distanzierten sich Cheneys Männer von den Informationen aus der Zeit vor dem Irak-Krieg, obwohl der Vizepräsident diese selbst angefordert hatte. Derart unter Druck gesetzt, trat Tenet schließlich zurück. Später gab Cheneys früherer Stabschef Lewis Libby zu, er habe – angeblich mit Cheneys Segen – Informationen aus dem Geheimbericht von 2002 bewusst durchsickern lassen. Diese Indiskretionen dienten im Krieg zwischen dem Vize-Präsidenten und der CIA sozusagen als Waffen. Viele sind der Ansicht, dass dieser Krieg die CIA zerstört hat.

Vier Jahre nach dem Einmarsch der USA in den Irak gibt die Dokumentation einen Einblick in die Mechanismen der amerikanischen Politik und deren internationale Auswirkungen.

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