zufällige Doku

Kolonialzeit – Die Unabhängigkeit Indiens 1947/1948


Britisch-Indien war die Bezeichnung für das von 1858 bis 1947 unter direkter britischer Kolonialherrschaft stehende Territorium, das den gesamten indischen Subkontinent und Teile Hinterindiens umfasste. Die indirekte Herrschaft mittels der Britischen Ostindien-Kompanie war infolge des Indischen Aufstands von 1857 beendet worden. Nach der aus Verträgen mit den so genannten Fürstenstaaten resultierenden politischen Union Indiens unter britischer Herrschaft wurde Königin Victoria von Großbritannien 1876 zur Kaiserin von Indien proklamiert und das Gebiet, das die heutigen Staaten Indien, Pakistan, Bangladesch und Teile Myanmars (des früheren Burma) umfasste, offiziell als Indian Empire (deutsch Kaiserreich Indien) bezeichnet.

Unter der Bezeichnung Indien war diese Union ein Teilnehmer beider Weltkriege, Gründungsmitglied des Völkerbundes, der Vereinten Nationen und ein Teilnehmerstaat der Olympischen Spiele von 1900, 1920, 1928, 1932 und 1936.

Im Jahre 1947 erlangte Britisch-Indien seine Unabhängigkeit, und wurde durch die Teilung Indiens in die Dominions Indische Union und Pakistan aufgespalten. Die Provinz Burma, das heutige Myanmar, im Osten Britisch-Indiens wurde 1937 zu einer eigenständigen Kolonie erklärt und erreichte seine Unabhängigkeit im Jahr 1948.

Nach dem Zerfall der Mogulmacht mit dem Tode Aurangzebs im Jahr 1707 stieg das Reich der Marathen (1674–1818, gegründet von Shivaji) in Südwestindien auf. Die Marathen waren die letzte indische Großmacht vor der britischen Herrschaft, neben ihnen spielten noch die Machthaber von Hyderabad und Mysore eine Rolle in der indischen Politik, wobei die Fiktion eines weiter bestehenden Mogulreiches bis 1857 aufrechterhalten wurde, weil es den legalen Rahmen jeder Herrschaft bildete.

Obwohl die indische Öffentlichkeit ganz und gar nicht mit den Nazis sympathisierte und Großbritanniens Haltung gegenüber Deutschland begrüßte, erklärten die führenden politischen Kräfte Indiens, nur in den Krieg eintreten zu wollen, wenn im Gegenzug Indien seine Unabhängigkeit erhalten würde. Der britische Generalgouverneur Lord Linlithgow erklärte beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges den Kriegszustand des Indischen Empire mit Deutschland, jedoch ohne die indischen Politiker zu konsultieren. Zu Beginn des Krieges hatte Indien eine Armee von rund 200.000 Mann, bei seinem Ende hatten sich 5 Millionen Mann gemeldet: die größte Freiwilligen-Armee im Zweiten Weltkrieg.

In Verhandlungen erstritten Jawaharlal Nehru und Mahatma Gandhi schließlich nach 1945 die Unabhängigkeit des Landes. 1947 wurde Britisch-Indien unabhängig. Nach der Zwei-Nationen-Theorie wurde das Land dabei in einen hinduistischen Teil, das heutige Indien, und einen muslimischen Teil, das heutige Pakistan aufgeteilt. Zum damaligen Pakistan gehörte auch das heute unabhängige Bangladesch.