zufällige Doku

Kernfusion aus dem Wasserglas (VOX/BBC Doku)


Als 2004 Rusi Taleyarkhan vom US-Kernforschungslabor in Oak Ridge behauptete, er habe mit Erfolg ein Fusionsverfahren entwickelt, das auf Schallwellen als Zündverstärker zurückgreife, stand die Welt Kopf. Seine Studie wurde schließlich durch eine Veröffentlichung im renommierten Fachblatt „Science geadelt. Unterdessen formieren sich die Kritiker. Der Versuchsaufbau erscheint ihnen zu einfach. Doch Taleyarkhan hält an seinen Ergebnissen fest. Der einzige Weg, um den Streit zu entscheiden, liegt in einer Wiederholung des Experiments.

Sie wäre der Ausweg aus der Energiekrise: Kernfusion die Produktion grüner Energie aus billigem Wasserstoff. Ölknappheit und radioaktive Gefährdung durch Atomkraft gehörten der Vergangenheit an. Doch die Sache hat einen Haken. Bisher musste bei der Verschmelzung von Wasserstoffatomen mehr Energie eingesetzt werden als sich gewinnen lässt. In den USA hat ein Forscherteam nun eine verblüffend einfache Lösung gefunden: das Schallwellenverfahren. Während die Presse bereits jubelt, bleibt die Fachwelt skeptisch. BBC Exklusiv hat sich mit renommierten Kernphysikern aufgemacht, das Jahrhundert-Experiment zu wiederholen.

Kernfusionen finden unter natürlichen Bedingungen nur im Kosmos statt, im Innersten der Sterne wie etwa unserer Sonne. In einer chemischen Reaktion verschmelzen unter unvorstellbarer Hitze und hohem Druck Wasserstoffatome zu Helium. Dabei werden riesige Energiemengen freigesetzt, ohne jedoch wie bei einer Kernspaltung radioaktive Strahlung zu produzieren. Sollte sich dieser Prozess mit geringem Energieeinsatz imitieren lassen, würde sich unsere Welt grundlegend wandeln. Statt von den zu Ende gehenden fossilen Brennstoffen abhängig zu sein, stünde der Menschheit eine umweltfreundliche Energie für alle zur Verfügung.

Seit 40 Jahren suchen Wissenschaftler nach einem Verfahren, das diesen Traum wahr werden lässt. Milliarden Euro an Forschungsgeldern wurden in die Suche nach dem „Heiligen Gral investiert. Doch bisher sind alle Versuche in den Kinderschuhen stecken geblieben. Besonders spektakulär scheiterten 1988 die Forscher Fleichmann und Pons, die einer erstaunten Öffentlichkeit unterbreiteten, sie hätten bei Raumtemperatur eine Verschmelzungsreaktion hervorrufen können. Ihre „Kalte Fusion war in aller Munde und ging schließlich als größter Flop in die Geschichte der Physik ein.

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