zufällige Doku

Kanadischer Winter am Sankt Lorenz Strom (NDR Doku)


Von November bis März erstarrt der Sankt-Lorenz-Strom, der mächtigste Wasserweg Kanadas, unter einem Eispanzer. Doch wenn das Eis mit den eigenartigen Bezeichnungen wie Graueis, Nadeleis, Pfannkucheneis in Bewegung kommt, ist das höchst gefährlich für den Schiffsverkehr. Die Küstenwache ist ständig im Einsatz, um eine Fahrrinne freizuhalten. Vom Eisbrecher „Pierre Radisson“ aus startet die junge Packeis-Spezialistin Marie-Claude Bouchard jeden Morgen mit dem Helikopter zur Patrouille. Aus der Luft registriert sie die unberechenbare Eisdrift auf dem Fluss. Gerade jetzt pulsiert das Leben am wichtigsten Verkehrsweg in der kanadischen Provinz Quebec. Auf der gefrorenen Flussdecke haben Sportangler bis kurz vor der Eisschmelze Fische aus Wasserlöchern gefangen. Jetzt, am Ende der Saison, geht Jean-Marc Villières von der Fischereiaufsicht auf die Jagd nach Schwarzfischern. Mitten im Hafen von Quebec brettern die Eis-Kanutinnen mit ihrem „Haifischboot“ kreuz und quer gegen Wind und Strömung, über Eis und Wasser – ein typisch kanadischer Wintersport. Der Inselflieger Jean Gosselin versorgt monatelang aus der Luft die vom Eis eingeschlossenen Inseln im Strom. Regelmäßig sind die Schulkinder von der Isle-aux-Grues seine Passagiere. Die Erstklässler kommen auf rund 400 Flüge pro Schuljahr ein vom Staat bezahltes Vielfliegerprogramm. Wenn Ende Februar Tauwetter einsetzt, gibt Marie-Claude Bouchard von der Küstenwache das Signal zum Eisbruch. Dann werden die gewaltigen Eisplatten mit dem Luftkissenboot „Mamilossa“ zerschmettert. Im Wald am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms setzt Léopold Proulx seinen Bohrer an die Ahornstämme. Die Säfte für Ahornsirup beginnen zu fließen, denn es steigt Wärme vom Wasser des tauenden Stromes auf.