zufällige Doku

Kalter Krieg – Erster Agentenaustausch 1962


Es kam zu Verhandlungen über Powers Freilassung, die sich aber immer wieder verzögerten. Er sollte gegen Rudolf Iwanowitsch Abel ausgetauscht werden, einen vorgeblichen Kunstmaler und Atelier-Betreiber in der Fulton Street in Brooklyn (New York), der 1957 vom FBI als KGB-Oberst enttarnt und verhaftet worden war. Abel hatte seit 1950 im Auftrag des sowjetischen Geheimdienstes die Kernwaffen-Projekte der USA erkundet. Er wurde zu 30 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. FBI-Chef J. Edgar Hoover stufte Abel als bedeutsameren Gefangenen als den U-2-Piloten Powers ein, weshalb er den Austausch ablehnte. Erst nachdem John F. Kennedy 1961 die Beziehungen zur Sowjetunion neu ordnete, rückte ein Austausch in greifbare Nähe. Powers notierte während seiner Haft in seinem Tagebuch: „Hoffe auf Entspannung und Friedenspolitik. Ist gut für meinen Fall. Und: Bin sicher, dass ich nicht zehn Jahre bleiben werde.“ Durch Vermittlung des Rechtsanwalts Wolfgang Vogel wurde Powers gegen Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spitzenspion der Sowjets in den USA, ausgetauscht. Am 10. Februar 1962 um 8:44 Uhr wurde Powers über die Glienicker Brücke in Potsdam zu den US-Amerikanern geführt; sechs Minuten später wurde Rudolf Abel den Sowjets überstellt. Anschließend wurde Powers zunächst vor der Presse abgeschirmt und von US-Behörden vernommen. Es sollte geklärt werden, wie die U- die bis dahin in 22.000 Meter Höhe als unerreichbar für Luftabwehrwaffen galt, abgeschossen werden konnte und was genau Powers während seiner Gefangenschaft über seine Tätigkeit und das Flugzeug preisgegeben hatte. Er wurde verdächtigt, mehr erzählt zu haben, als sein Schwur zur Verschwiegenheit erlaubt hätte.

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