zufällige Doku

Kalter Krieg – 1968: Atom-U-Boote im Gefecht


Besonders die sowjetischen Atom-U-Boote der ersten Generation waren in Unfälle verwickelt, die direkt mit der neuartigen Antriebsart in Zusammenhang standen. Bereits 1961 kam es zu einer Beinahe-Katastrophe auf der K-19, bei der eine Kernschmelze nur dadurch verhindert werden konnte, dass acht Männer direkt in die kontaminierte Reaktorkammer gingen und ein improvisiertes Notkühlsystem in Gang brachten. Nach diesem Zwischenfall erhielt das Boot von sowjetischen Seemännern den Beinamen „Hiroshima“. Allein bis 1970 wurden nach Reaktorproblemen an Bord von fünf weiteren Booten Besatzungsmitglieder teilweise so schwer verstrahlt, dass sie kurz darauf verstarben. Vor allem bezüglich der ersten sowjetischen Boote gibt es Berichte über so niedrige Sicherheitsstandards, dass in westlichen Booten vorgeschriebene Strahlungsgrenzwerte um ein Vielfaches überschritten wurden. Dies geschah vor allem aus konstruktionstechnischen Gesichtspunkten, da die größtenteils aus Blei bestehende Reaktorabschirmung das Gewicht eines Bootes stark erhöht. Aus diesem Grund waren die frühen Boote sehr anfällig für Probleme. Aber auch bei den sowjetischen Booten der späteren Generationen gab es weitere Unglücksfälle wie der Ausbruch von Feuer an Bord und Schwierigkeiten bei der Wartung oder Neubefüllung von Reaktoren. Ein Beispiel für Letzteres ist die K-314, in der 1985 der versuchte Austausch der Brennelemente eine heftige Explosion hervorrief, die 10 Menschen tötete und das Boot irreparabel beschädigte. Auf Seiten der westlichen Marinen ist hingegen kein schwerer Zwischenfall bekannt, der aus einer Reaktorfehlfunktion herrühren würde und zur Verstrahlung von Besatzungsmitgliedern geführt hätte. Über einige kleine Probleme wurde allerdings berichtet. Dies umfasst Probleme bei der (inzwischen nicht mehr durchgeführten) Verklappung abgereicherter Ablagerungen, wie sie unter anderem 1975 auf der USS Guardfish (SSN-612) auftauchten oder die fehlerhafte Öffnung von Ventilen des Primärkreislaufes, so dass radioaktiv kontaminiertes Wasser austreten kann, so geschehen 1978 auf der USS Puffer (SSN-652). Die Royal Navy hatte unter anderem Probleme mit dem Verlust der Konvektion im Reaktor der HMS Tireless (S88) 2000, woraufhin das Boot ein Jahr im Hafen von Gibraltar festsaß. Die Explosion von 1994 im Maschinenraum des französischen Atom-U-Boots Émeraude, die zehn Seeleute ihr Leben kostete, hatte keine Beziehung zu einem Reaktorschaden oder ähnlichem. Besonders in der Zeit des Kalten Krieges, als sich die beiden Supermächte mit Atom-U-Booten gegenseitig bespitzelten, gab es mehrere Kollisionen. Diese waren regelmäßig auch politisch brisant, da sie sich nicht selten in nationalen Hoheitsgewässern ereigneten. Ein Beispiel dafür ist der Unterwasserzusammenstoß zwischen der amerikanischen USS Tautog (SSN-639) und der sowjetischen K-108, der 1970 vor Petropawlowsk-Kamtschatski stattfand oder auch jener, den die bereits erwähnte K-19 1969 in der Barentssee mit der USS Gato (SSN-615) hatte. Die Journalisten Sontag und Drew berichten von mehr als zehn Kollisionen zwischen Booten der UdSSR und der USA sowie von zweien zwischen britischen und sowjetischen U-Booten allein zwischen 1960 und Ende des Kalten Krieges. Nicht ungewöhnlich sind außerdem Zusammenstöße mit Überwasserschiffen, bekannt wurde vor allem die versehentliche Versenkung des japanischen Fischereischulschiffs Ehime Maru durch die amerikanische USS Greeneville (SSN-772) vor Hawaii 2001. Zuletzt kam es im Februar des Jahres 2009 im Atlantik zu einer Kollision zwischen der französischen Le Triomphant (S 616) (Namensgeberin der Triomphant-Klasse) und der britischen HMS Vanguard. Beide Schiffe wurden nur leicht beschädigt und konnten aus eigener Kraft ihre Fahrt fortsetzen.

#kalter krieg #waffen #technik #armee