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Indianer Nordamerikas


Zu den Indianern Nordamerikas werden üblicherweise sämtliche Indianer nördlich von Mexiko gezählt. Dazu gehören das Staatsgebiet Kanadas, wo sie First Nations genannt werden und die USA, wo sie als Native Americans oder American Indians bezeichnet werden. Heute sind in den USA 562 Stämme anerkannt (davon allein 225 in Alaska), in Kanada 615, wobei das Department of Indian Affairs and Northern Development insgesamt 632 aufführt. Ausgenommen sind dabei die Ureinwohner Hawaiis, die Inuit, Unangan und Dorset, die sich genetisch und kulturell stark von den nordamerikanischen Indianern unterscheiden. Ebenfalls nicht zu den Indianern gezählt werden Ethnien wie die Métis.

Eine Eigenart der nordamerikanischen Indianer ist, dass sich Völker derselben Sprachgruppe weder kulturell ähnlich, noch räumlich nah sein müssen. Die nordamerikanischen Indianergesellschaften unterscheiden sich kulturell erheblich. Es gibt demokratisch organisierte Stämme mit Ältestenrat, Stammesrat und Ratsfeuer wie die Irokesen, zum anderen monarchisch organisierte Stämme wie Wampanoag oder Powhatan. Kulturen wie die der Nuu-chah-nulth basieren auf der Jagd, andere auf Reiternomadentum oder Ackerbau.

Das Oberhaupt eines Stammes wird in den verschiedenen europäischen Sprachen, die mit den Indianern in Berührung kamen, unterschiedlich tituliert: Chief (englisch), Sachem (französisch) oder Kazike (spanisch: cacique). Im Deutschen übersetzt man diese Titel als Häuptling. Die Bezeichnung wurde später auch auf Stämme übertragen, die keine herausgehobenen Führer hatten. Bei Prärieindianern wie den Absarokee waren alle erfahrenen Krieger als Chief anerkannt.