zufällige Doku

Im Kopf des Bankers (3sat Doku)


Der Finanzplatz ist eine zentrale Stütze des Schweizer Wohlstands. Doch das Geschäftsgebaren der Banker hat in den letzten Jahren zunehmend selbstzerstörerische Züge angenommen. Die Exzesse erschüttern die Gesellschaft und treiben Aktivistinnen und Aktivisten auf die Straße. Fast täglich künden Schlagzeilen von neu entdeckten Verfehlungen des Geldgewerbes. Der vormalige UBS-Chef Oswald Grübel sagt: „Ein guter Banker ist jemand, der das Risiko richtig einschätzen kann.“ Jede Krise hat ihre eigenen Umstände – die Immobilienkrise von 1990 etwa, die Dotcom-Krise von 2000 oder die UBS-Krise von 2008. Doch all diesen Krisen, auch den aktuellen, ist eines gemeinsam: fatale Fehleinschätzungen der Risiken, die zum Teil das Ausmaß von Realitätsverlusten aufweisen. Warum zeigen sich Banker bloß so wenig lernfähig? „Bis jetzt hatten die Banker wenig Veranlassung, aus Fehlern zu lernen, weil sie gerettet oder jedenfalls nicht sanktioniert wurden“, erklärt ein einstiger UBS-Risikomanager. „Leider muss ich als Liberaler schweren Herzens sagen, dass man die Banken an die Kandare nehmen muss“, sagt ein anderer, der nach 30 Jahren Bankenbusiness ausgestiegen ist. „Ich sah keinen Lebenssinn mehr darin, Reiche noch reicher zu machen.“ Und ein ehemaliger Investmentbanker wechselte in die Realwirtschaft, weil er den Respekt vor seinen Kollegen verloren hat: „Einige von ihnen hätten auch ihre Großmutter verkauft, um einen guten Deal zu machen.“

Autor Beat Bieri blickt in seiner Dokumentation „Im Kopf des Bankers“ zurück auf die Schweizer Bankenkrisen der letzten 25 Jahre, die in immer kürzeren Abständen aufeinander folgten. Er geht der Frage nach, ob zu viele Banker am Werk waren, die zu viele Risiken ihres Handelns falsch eingeschätzt haben.