zufällige Doku

Hungerwinter – Überleben nach dem Krieg (PHOENIX Doku)


Oktober 1946. Europa liegt in Trümmern. Die Sorge der meisten Deutschen gilt dem eigenen Überleben. Sich selbst und die Familie durchbringen – darauf sind alle Anstrengungen gerichtet. Nahrungsmittel sind ein kostbares, rationiertes Gut. In den Geschäften werden sie bereits seit Kriegstagen nur gegen Lebensmittelmarken ausgeteilt – wenn es überhaupt etwas zu verteilen gibt. Hinzu kommt, dass die Aufbauarbeit in den schwer zerstörten Städten nur schleppend vorangeht. Intakter Wohnraum ist knapp. Etwa 20 Millionen Menschen leben in Ruinen, rund 10 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten suchen zusätzlich Zuflucht in den vier Besatzungszonen.

Die Alliierten und die deutschen Länderverwaltungen stehen vor einer schwierigen Herausforderung: Wie können sie die Deutschen durch die kalte Jahreszeit bringen?

Drei große Kältewellen werden im so genannten Hungerwinter 1946/47 in Deutschland registriert. Im Januar 1947 friert in der französischen und britischen Besatzungszone der Rhein auf 60 Kilometern zu. Die Elbe ist komplett vereist. Die Binnenschifffahrt kommt zum Erliegen und damit ein lebenswichtiger Transportweg für Nahrung und Kohle. Viele der bereits durch Unterernährung geschwächten Menschen überleben den „Weißen Tod“, wie sie die gnadenlose Kälte nennen, nicht.

Historiker schätzen, dass allein in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen an den Folgen von Kälte und Hunger sterben. Erfrierungen, Krätze und Hungerödeme sind an der Tagesordnung. Tuberkulose und andere Mangelkrankheiten werden zur tödlichen Gefahr.