zufällige Doku

Hitlers Manager: Albert Speer – Der Aufrüster (Phoenix Doku)


Albert Speer, der Baumeister und Aufrüster, gab der braunen Ideologie Formen in Stein und Beton. Hitlers Lieblingsarchitekt lieferte die Pläne für die Stätten zementierter Geltungssucht. Im Gefolge des Tyrannen erlebte Speer als junger Architekt einen rasanten Aufstieg.

Nach dem mysteriösen Flugzeugabsturz des „Munitionsministers“ Fritz Todt ernannte ihn Hitler überraschend zum Nachfolger. Speer versprach Hitler ein „Rüstungswunder“ – und hielt Wort. Der Mentor war begeistert von der Arbeit seines Ziehsohnes, der für ihn die „Welthauptstadt Germania“ errichten sollte. „Für einen großen Bau hätte ich wie Faust meine Seele verkauft“, erinnert sich Speer Jahrzehnte später. „Nun hatte ich meinen Mephisto gefunden.“

Speer und Hitler waren wie ein Liebespaar verbunden – in Visionen von gigantischer Architektur. Hätte Hitler einen Freund gehabt, erklärte Speer nach Kriegsende, so wäre er es gewesen. Fast alles, was er erbaute, ist im Feuersturm verbrannt. Was bleibt, sind wahnwitzige Pläne und Bilder – etwa von den Inszenierungen bei Nacht: dem legendären Lichtdom etwa, „meiner schönsten Raumschöpfung“, wie Speer selbst meinte.

Ein neu entdecktes Schreiben Albert Speers an SS-Chef Himmler vom 2. September 1941 belegt einmal mehr, wie sehr Hitlers Rüstungsminister selbst in die Verbrechen des NS-Regimes verstrickt war. Das Dokument beweist, dass das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass in erster Linie für Speers Belange errichtet worden war. Das SS-eigene Unternehmen „Deutsche Erd- und Steinwerke“ (DEST) belieferte Speer seit 1938 mit Material für seine gigantischen Bauunternehmen. Als politischen Vollstrecker, gar als Überzeugungstäter sah sich Speer selbst jedoch nie. Zeit seines Lebens bestritt er, vom Holocaust gewusst zu haben. Zwar erkannte Speer im Nürnberger Prozess als Einziger die „Gesamtverantwortung der Führenden“ für die Verbrechen des Regimes an, sich selbst aber erklärte er für „nicht schuldig“.