zufällige Doku

Hitler und Mussolini – Eine brutale Freundschaft


Als Achsenmächte bezeichnet man im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs das Deutsche Reich (nach dem Anschluss Österreichs) und seine wechselnden Bündnispartner, insbesondere Italien und Japan, und damit die Kriegsgegner der Alliierten. Daneben gab es die „Achse Berlin–Tokio“, so dass auch von einer „Achse Berlin–Rom–Tokio“ gesprochen wurde. Vom Auswärtigen Amt in Berlin wurde zudem von 1939 bis 1944 eine propagandistische, aufwendig gestaltete und zweisprachig (deutsch/italienisch) erscheinende Zeitschrift Berlin–Rom–Tokio herausgegeben. Auf ihrem Höhepunkt der Macht beherrschten die Achsenmächte große Teile Europas, Asiens und des Pazifischen Ozeans. Die Bezeichnung Achsenmächte geht auf eine Rede Benito Mussolinis am 1. November 1936 zurück, in der er von einer „Achse Berlin–Rom“ sprach, nachdem kurz zuvor am 25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen dem faschistischen Italien und dem Deutschen Reich geschlossen worden war. Mussolini erklärte, dass die beiden Länder eine „Achse“ bilden würden, um welche sich die anderen europäischen Staaten drehen würden. Geschlossen wurde dieses Abkommen, als das faschistische Italien — Deutschland ursprünglich keineswegs freundlich gesinnt — sich aufgrund des Äthiopienkriegs der Kritik des Völkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt. Später wandelte sich diese Freundschaft in ein Bündnis, von Mussolini Stahlpakt genannt. Ein entsprechender Bündnisvertrag wurde vom deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop und seinem italienischen Kollegen Galeazzo Ciano im Beisein Adolf Hitlers am 22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet. Anfänglich stand Mussolini Adolf Hitler sehr kritisch gegenüber. Insbesondere für Hitlers Rassentheorien hatte er anfangs nur Spott übrig: „Wenn diese Theorien richtig wären, müssten die Lappen die höchsten Kulturträger sein!“ Außerdem fühlte er sich als Wächter der Unabhängigkeit Österreichs und ließ nach dem Juliputsch 1934, als Bundeskanzler Dollfuß ermordet wurde, sechs Divisionen an den Brennerpass verlegen. Im selben Jahr kam es zu einem ersten Treffen mit Adolf Hitler in Venedig, bei dem der deutsche Diktator jedoch keine gute Figur machte – so schien Hitler von dem militärisch geprägten Empfang am Flughafen völlig überrascht und gab in seinem zerknitterten Trenchcoat ein skurriles Bild ab. Es gelang ihm während des Besuchs auch nicht, Mussolini zu verbindlichen Zusagen zu bewegen. Erst die italienische Besetzung Abessiniens und die deutsch-italienische Unterstützung des späteren spanischen Diktators General Francisco Franco im spanischen Bürgerkrieg führten Mussolini ab 1936 zur Annäherung an das nationalsozialistische Deutschland. Die Zeitschrift Die Woche berichtete im Mai 1936 respektvoll über „Mussolinis historische Sitzung“: „In einer zehnminütigen Sitzung des faschistischen Großen Rates wurde die Besitzergreifung Abessiniens als erbliches Kaiserreich des Königs von Italien beschlossen.“ Im selben Jahr verkündete Mussolini die „Achse Berlin-Rom“ und gab damit einen Bündnisvertrag mit Adolf Hitler bekannt. 1937 trat Italien aus dem Völkerbund aus und dem Antikomintern-Pakt zwischen dem Deutschen Reich und dem Kaiserreich Japan bei. 1938 führte Italien auf Anregung der deutschen Regierung antisemitische Rassengesetze ein. Während der Sudetenkrise im Jahre 1938 bemühte er sich um Vermittlung, da er Italien für einen Krieg nicht gerüstet sah. Wie die kürzlich veröffentlichten Tagebücher seiner Geliebten Clara Petacci zeigen, äußerte sich Mussolini privat sehr antisemitisch. Im Übrigen sprach und verstand Mussolini (nach Aussage von Protokollführer Henry Picker) recht gut Deutsch, sodass er sich mit Hitler auch ohne Dolmetscher unterhalten konnte.