zufällige Doku

Helmut Schmidt – Mein Leben (phoenix Doku)


Seine faszinierende Lebensgeschichte erzählt Helmut Schmidt in dieser Sendung mit seinen eigenen Worten. Der gebürtige Hamburger war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler. Bis heute ist er tätig als Mitherausgeber Der Zeit. „Nein“, sagt Helmut Schmidt, „Gefühlsausbrüche hat es kaum gegeben, dafür ein ausreichendes Maß an Selbstdisziplin.“ So sieht der einstige Politstar im Rückblick seine faszinierende Lebensgeschichte, die ihn aus dem klassischen Hamburger Arbeitermilieu bis an die Spitze der Bundesrepublik führte. In „Mein Leben“ gibt er seine Abstammung von einem jüdischen Großvater preis, von der er erst mit 15 Jahren erfuhr, als er seine Mutter bedrängte, ihn in die Hitlerjugend eintreten zu lassen. „Ich habe sofort begriffen, dass sie Recht hatte, als sie sagte, du darfst darüber mit niemandem reden.“ Durch glückliche Umstände blieb während der Nazi-Zeit, in der Schule wie in der Militärzeit verborgen, dass er entsprechend den Nazi-Begrifflichkeiten ein sogenannter „Vierteljude“ war. Immerhin ging er bedenkenlos – mit Notabitur der Hamburger Lichtwark-Schule versehen – zum Militär, meldete sich sogar freiwillig zur kämpfenden Truppe, „weil ich mit einer Uniform herumlief, auf der keinerlei Kriegsorden waren. Und dafür habe ich mich ein wenig geschämt.“ So gesehen ist erklärbar, dass es dem einstigen Leutnant leichter fiel als vielen anderen Sozialdemokraten, später für die Bundeswehr einzutreten und schließlich im ersten Kabinett Brandt Verteidigungsminister zu werden. Als Helmut Schmidt aus dem Krieg heimkehrte, nahm er Abschied von seinem Traum, Städtebauer zu werden. Der mittellose Mann entschied sich pragmatisch für das billigste und schnellste Studium, Volkswirtschaft. Und bald schon geht er in die Politik. Schon damals, als sich der Staat Bundesrepublik Deutschland noch im Aufbau befindet, spricht Helmut Schmidt von „der unbedingten Notwendigkeit“ der Aussöhnung mit dem Erbfeind Frankreich: Er hat ein Europa der ausgesöhnten Vaterländer als Vision vor Augen. Das deutsch-französische Verhältnis, seine Freundschaft mit Giscard d’Estaing ist denn auch ein zentrales Thema des Porträts. Helmut Schmidt liegt daran zu erläutern, dass das deutsch-französische Verhältnis die Basis der Europäischen Gemeinschaft ist und er als Kanzler diese Basis festigte. Als Helmut Schmidt aus der Politik ausscheidet, wird er Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Nichts mehr will er heute davon wissen, dass er diesen Berufsstand einst als „Wegelagerer“ bezeichnet hat: „Einzelne Fernsehreporter ja, ich bin aber weit davon entfernt, den Journalismus insgesamt als Wegelagerei anzusehen. Journalisten sind ähnlich wie Politiker; die reichen vom Staatsmann bis zum Verbrecher.“

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