zufällige Doku

Hacker – Die Welt der Cyberpiraten (HD Doku)


US-amerikanische Funkamateure verwendeten Mitte der 1950er Jahre den Begriff ‚hacking‘ als Ausdruck für besonders einfallsreiche Anpassungen ihrer Geräte, die dazu dienten, deren Leistung zu verbessern. In den späten 1950er Jahren wurde ‚hacking‘ auch vom Modelleisenbahnclub des MIT (Massachusetts Institute of Technology), genauer dem TMRC (Tech Model Railroad Club of MIT), verwendet, welcher ebenfalls Bezug zur Anpassung ihrer elektronischen und mechanischen Geräte nahm. Das Wort Hack stand zunächst im Kontext von technikbasierten Streichen oder entsprach einem Wort für besonders geschickte oder gewagte Taten. Hat ein Student des MIT einen raffinierten Streich ausgeheckt, galt der Übeltäter als Hacker. Der Gebrauch des Wortes ‚Hack‘ verschob sich zur Technik, die benötigt wird, um den Streich auszuführen und wurde später für eine schlaue technische Lösung im Allgemeinen verwendet, ohne sich dabei unbedingt auf den Computer zu beziehen. ‚Hacker‘ bezogen auf Computerprogrammierung tritt am MIT erstmals Anfang der 1960er Jahre im Zusammenhang mit dem Labor für künstliche Intelligenz (MIT Artificial Intelligence Laboratory, kurz AI Lab) auf. Zusammen mit Hackern des TMRC und Mitstreitern aus anderen akademischen US-Einrichtungen, wie Stanford, Berkeley und Carnegie Mellon, gehören sie zu den Ursprüngen der akademischen Hackerkultur, aus der später die Freie-Software- und Open-Source-Bewegung hervorgegangen sind. Als Mitglieder des Modellbahnklubs damit begannen, mit einem DEC PDP-1 Computer zu arbeiten, wurde ihr Slang nun auch in schriftlicher Form auf den Computer übertragen. Die in digitaler Form zuerst bekannte Verwendung des Begriffs ‚Hacker‘ wurde auf diese Weise von der Ausgabe der Studentenzeitung The Tech vom 20. November 1963 der technischen Fachschule des MIT registriert und bezog sich zunächst auf Personen, die mit der Technik des Telefonnetzes herumspielten. Der Journalist Steven Levy beschreibt in seinem Buch „Hackers — Heroes of the Computer Revolution“ eine weitere Subkultur der Hacker, die in den 1970er Jahren in der Region von San Francisco, der Westküste der Vereinigten Staaten, entstand und sich von der akademischen Hackkultur losgelöst entwickelte. Rund um den Homebrew Computer Club trafen sich technikinteressierte Menschen, die sich für die Idee eines persönlichen Computers begeistern konnten; eine Idee, die von der damals vorherrschenden Industrie als absurd abgetan wurde. Angefangen von der Vorstellung, Computer für alle Menschen öffentlich zugänglich zu machen und sogar im Heimbereich einzusetzen, über praktische Projekte und Entwicklungen, bis hin zur Geburt einer vollkommen neuen Industrie im Silicon Valley, haben sie die Entwicklung des persönlichen Computers (Mikrocomputer, später auch Heimcomputer, heute meist PC) entscheidend vorangetrieben. Der persönliche Computer löste ein großes Wachstum der Hackergemeinschaft aus, wobei populäre Computerbausätze die Tradition der Hacker förderten, die Technik wirklich zu verstehen. Ihre ursprünglich stark hardwareorientierte Kultur entwickelte sich weiter und konzentrierte sich dabei zunehmend auf Software; später gingen aus ihr die Softwarecracker- und Demoszene hervor. Eines der ersten Programme, die auf dem PDP-1 am MIT entwickelt wurden, bot eine Schnittstelle zum Telefonsystem, die den unerlaubten Zugriff auf die Vermittlungsstellen ermöglichte. Die Manipulation von Vermittlungsstellen eines Telefonsystems gehört indes zu einer weiteren Subkultur, bekannt als Phreaking, deren Anhänger man Phreak (auch Phreaker) nennt. Auch wenn es in der Frühzeit erhebliche Überschneidungen der akademischen Hackerkultur zu den Praktiken des Phreaking gab, sind beide Subkulturen deutlich voneinander abgrenzbar: Während innerhalb der akademischen Hackerkultur das Überwinden von Sicherheitsbarrieren eher eine nebensächliche Rolle spielte, entwickelte sich dies unter den Anhängern der Phreaking-Kultur zum zentralen Punkt ihrer Tätigkeit. Von der Phreaking-Kultur ausgehend entstanden die heutigen Netzwerkhacker oder allgemeiner Hacker aus dem Bereich der Computersicherheit, die wie keine andere Subkultur das öffentliche Verständnis zum Hackerbegriff prägte. Der Hauptunterschied zwischen den drei ursprünglichen Subkulturen ist ihre größtenteils getrennte historische Entstehung und Entwicklung, weshalb sie sich durch ihre jeweils eigene Sicht zum Hackerbegriff, Tradition und Folklore auszeichnen. Zu einem Großteil nicht miteinander übereinstimmende Standpunkte finden sich vor allem zwischen der akademischen Hackerkultur und der Kultur des Phreaking und deren Nachkömmlingen, von denen sich die akademische Hackerkultur ebenso distanziert sehen will, wie von der Subkultur der Softwarecracker.

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