zufällige Doku

Ground Zero – Geschichten vom Überleben (ARD/SWR HD Doku)


„Ground Zero“, ein neuer Name auf der Weltkarte der Orte des Schreckens, ein neues Synonym für Tod und Zerstörung. Mit „Ground Zero“ wird eigentlich die Stelle einer nuklearen Explosion bezeichnet, dort wo eine Atombombe detonierte. Der absolute Nullpunkt liegt heute in Downtown Manhatten, an der Südspitze von New York. Dort, wo am 11. September die beiden Tower des World Trade Centers in sich zusammensanken, nachdem sich von Terroristen gekarperte Flugzeuge hineingebohrt hatten.

Fast 3.000 Menschen starben oder gelten bis heute als vermißt. Über 2.000 müssen ohne ihre Mütter, Väter, Töchter, Söhne, ihre Partner weiterleben.

Auch nach der Stunde Null, nach Tod und Zerstörung, beginnt irgendwann wieder der Alltag. Irgendwie und oft ganz anders. Geschichten vom Überleben rund um „Ground Zero“ hat Birgit Kienzle über Monate dokumentiert. Der Film porträtiert nicht nur Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben, die vor einem neuen Anfang stehen. Er lässt auch diejenigen zu Wort kommen, die Glück hatten und sich retten konnten, weil sie 80 Stockwerke und mehr im Treppenhaus hinuntergelaufen sind und nicht versucht haben, den Lift zu benutzen. Auch sie leiden noch immer unter Schlafstörungen, unter Albträumen. Wie bewältigen Menschen, die sich an diesem Tag im letzten Moment entschlossen hatten noch etwas anderes zu erledigen und aus „Zufall“ überlebt haben, ihre neue Lebenssituation? Wie z. B. der Chefkoch des Restaurants im 107. Stockwerk „Windows on the World“, der eben noch rasch in der Geschäftsmeile im Tiefgeschoß der Towers seine Lesebrille reparieren ließ und nicht mit dem Lift nach oben fuhr. Im Restaurant starben vermutlich über 200 Menschen. Wie sieht heute der Alltag der Rettungsarbeiter, der Feuerwehrleute aus? Allein aus dem Feuerwehrhaus an der Amsterdam Avenue starben 16 Männer. Überlebt haben nur einige, die an diesem Tag zufällig frei hatten.

Opfer sind aber auch diejenigen, die ihren materiellen Besitz, ihre Wohnung verloren haben. Wie die beiden Künstler, die über 20 Jahre in einem preiswerten Loft, keine 40 Meter von den Türmen entfernt, wohnten. Der Dreck und der Staub zerstörten alle ihre Bilder, die Grundlage ihrer Existenz.
In all diesem Chaos, zwischen von meterdickem Staub bedeckten Möbeln und Kunstwerken, haben sie über 30 Tage nach der Katastrophe ihre Katze lebend wiedergefunden. Fellini, ein Kater, das letzte Opfer, das lebend geborgen wurde.

„Wallstreet is back to usual“ war die Schlagzeile der New York Times im Mai. Ist das Leben zurück „business as usual“? „Man lebt wieder in der Normalität“, sagen die meisten. Aber das „normal life“ ist ganz anders geworden. „Ground Zero – Geschichten vom Überleben“ – sind in ihrer Vielfalt auch New Yorker Geschichten.

Der Künstler, der heute mit Blick auf „Ground Zero“ lebt, schreibt: „Die Landschaft vor unseren Fenstern hat sich geändert, jetzt ist es Zeit neu anzufangen und die Reste unseres alten Lebens einzusammeln.

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