zufällige Doku

Entscheidende Momente – Napoleons verlorene Armee


3000 Tote fand man in der Gegend um die litauischen Hauptstadt Vilnius. Erinnerungen an eines der größten Heere Europas: Napoleons „Grande Armée“, mit der der selbsternannte Kaiser das russische Zarenreich besiegen wollte. Die erste Episode der neuen Dokumentarserie erzählt die tragische Geschichte dieses Russlandfeldzuges.
Im Frühjahr 1812 marschierte Napoleon mit seiner etwa 700.000 Mann starken Armee, 140.000 Pferden, unzähligen Versorgungswagen und 28 Millionen Flaschen Wein Richtung Moskau. Am 24. Juni überschritten die Franzosen die Grenze. Die nächsten drei Monate jagte der französische Feldherr den russischen Zaren, bis es in Borodino, rund hundert Kilometer von Moskau entfernt, zur Schlacht kam. 74.000 Tote forderte der Kampf. Dann marschierte Napoleon in Moskau ein – in eine menschenleere, brennende Stadt, die von ihren eigenen Bewohnern angezündet worden war. Zar Alexander I. war auf der Flucht. Alles andere als ein Sieg für Napoleon. Am 19. Oktober befahl er endlich den Rückzug. Nun wurde Napoleon selbst zum Gejagten. Sein ärgster Feind: „General Winter“. Als der französische Feldherr in Vilnius ankam, weilten nur noch 2000 seiner ehemals 700.000 Soldaten unter den Lebenden: Die einen waren durch russische Soldaten oder wilde Kosaken getötet worden, die anderen desertierten, wieder andere waren ansteckenden Krankheiten wie Syphilis oder Typhus erlegen oder im mörderischen Winter der russischen Weite erfroren. Napoleon war am Ende, die „Grande Armée“ geschlagen.