zufällige Doku

Die Spur der Schätze – Die Schwedenkiste der Illuminaten (Phoenix Doku)


Angesichts seines nahenden Todes wollte Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg sie an seinem Lebensende vernichten – die Spuren des Illuminatenordens. Seit ihrer Enttarnung und Verfolgung in Bayern 1784 hatte er ihnen Unterschlupf gewährt. Der Gründer des Illuminatenordens, Adam Weishaupt selbst, hatte Asyl beim Gothaer Herzog gefunden, 46 Jahre lang, bis zu Weishaupts Tod 1830. Und der Orden lebte neu auf in dieser Zeit.

Doch der Herzog brachte es nicht übers Herz. Er vermachte die 20 Dokumentenbände der Großloge von Schweden. Das Ausland schien ihm sicherer. Daher der Name Schwedenkiste. Sie enthält Hunderte Illuminaten-Aufsätze, den Briefwechsel von Weishaupt, Herzog Ernst II. und Johann Christoph Bode, dem wichtigsten Freimaurer und Illuminaten Weimars.

Das Haus Sachsen-Gotha-Altenburg bekam die Dokumente 1883 zurück und hielt sie noch ein halbes Jahrhundert unter Verschluss. Nach der Machtergreifung der Nazis teilte die Kiste das Schicksal aller Freimaurer-Archive: Sie wurde von der Gestapo konfisziert, bei Kriegsende von den Russen erbeutet, in Moskauer Archiven eingelagert.1957 kam der größte Teil der Dokumente ins DDR-Staatsarchiv Merseburg. Seit 1990 gehören die Bände zum Geheimen Preußischen Staatsarchiv.

Nun wird die Schwedenkiste gründlich erforscht. Wissenschaftler der Universität Erfurt suchen nach den Inhalten der späten Illuminaten, nach den Folgen ihres Tuns. Eine Spurensuche voll erstaunlicher Fragen: Weimar und Gotha – Verschwörernester? Goethe – ein engagierter Geheimbündler? Womit haben sie sich bei ihren geheimen Treffen beschäftigt? War der Geheimrat Goethe nur zum Schein dabei – um die Brüder zu kontrollieren? Könnte die ganze Aufklärung ein Werk von Freimaurern und Illuminaten sein? Wollten sie die Welt beherrschen oder durch Aufklärung besser machen?