zufällige Doku

Die Holzlüge (Phoenix Doku)


Passend zum Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit“ boomt die Nachfrage nach Holz. Erstmals werden mehr als 50 Prozent des Holzes energetisch genutzt, das heißt wir verfeuern es als Scheitholz im Ofen oder es wird zu Pellets gepresst. Denn bei uns gibt es immer mehr Öfen, die mit Brennholz oder mit Pellets befeuert werden. 15 Millionen sind es bereits bundesweit und jedes Jahr kommen hunderttausende neuer Kamine und Öfen hinzu. Die Nachfrage nach Gemütlichkeit und vermeintlich grüner Wärme steigt und wird auch noch staatlich gefördert. Die Folge: Ausgebuchte Motorsägenkurse, Wartelisten beim Förster und Absatzrekorde bei den Holzhändlern.Aber kann es das geben? Den perfekten Brennstoff, bei dem es nur Gewinner gibt? Billiger, besser und auch noch klimaschonend? Nein, kann es nicht. 45Min-Autorin Anika Giese zeigt, wie eine gute Idee mehr und mehr nach hinten losgeht.Knapp 400.000 Neu-Ofen-Besitzer pro Jahr müssen sich mit Holz versorgen. Neben der Frage „Eiche, Birke oder Buche?“ entscheidet zumeist der Preis. Aber schon dort ist der Vergleich eine Herausforderung. Raummeter, Schüttmeter, oder im Sack – was kostet wie viel? Holz ist nicht gleich Holz – und die Preisunterschiede sind gigantisch. Von 88 Euro der Raummeter bis 249 Euro der Raummeter Brennholz. 45Min fragt: wie kann es zu solchen Preisunterschieden kommen? Wir zeigen das Geschäft mit dem Holz.Ein Kriterium wird dabei nur selten deklariert: die Herkunft des Holzes. Schon längst bestücken sich die Händler mit Ware aus Osteuropa – trotz der Transportkosten ein offenbar gewinnbringendes Geschäft. Doch wie kann auch bei Importware sichergestellt werden, dass es sich um Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft handelt, die gewonnenen Stämme aus legalem Einschlag stammen? Weiß der Kunde am Ende was er kauft und verfeuert? 45Min verfolgt die Spur des Brennholzes bis nach Osteuropa und zeigt die Folgen des Holzbooms und mangelnder Kontrollen.Auch das Märchen vom CO2-neutralen Holzpellet bekommt Risse. Massiv beworben und finanziell gefördert, scheint es zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch nicht. Die kleinen Presslinge aus Sägespänen werden immer begehrter, nicht nur für die Biomassekraftwerke, sondern auch für den heimischen Ofen. Pelletwerke werben mit Produkten „aus heimischen Wäldern“, bei näherem Hinsehen zeigt sich aber: heimisch ist lediglich das Sägewerk, aus dem sie die Späne beziehen. Nicht aber das Ursprungsland der Hölzer.