zufällige Doku

Die Grenze der Versöhnung: Das Kreuz der Armenier mit der Türkei (ORF Doku)


Während des 1. Weltkriegs wurden auf staatlichen Befehl der osmanischen Jungtürken mehr als eine Millionen Armenier massakriert. Fast ebenso viele wurden aus den Regionen der heutigen Osttürkei vertrieben, die zuvor mehr als zwei Jahrtausende lang armenisches Siedlungsgebiet gewesen waren. Viele kulturelle Schätze des armenischen Christentums wurden dabei unwiederbringlich zerstört. Lange Zeit mussten die Armenier für die internationale Anerkennung dieser Ereignisse als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts kämpfen. Während der Sowjetdiktatur durfte sogar im eigenen Land über das Thema jahrzehntelang nicht öffentlich gesprochen werden. Erst nach 1965 konnte in Armenien die geschichtliche und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Trauma der Vergangenheit beginnen. Inzwischen ist der Völkermord von den meisten zivilisierten Ländern der Welt anerkannt worden, aber die Türkei hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Der EU-Beitrittskandidat hat währenddessen weiterhin die systematische Zerstörung der noch verbliebenen Spuren armenischer Kultur in Ostanatolien betrieben. Türkische Intellektuelle wie der Nobelpreisträger Orhan Pamuk, die es wagen, den Völkermord zu thematisieren, werden strafrechtlich verfolgt.

Ein Film von Daniel Guthmann
ORF 2010, 45 min