zufällige Doku

Die Frauen der Krupps (Phoenix Doku)


Die Welt der Schwerindustrie erscheint oft als eine rein männliche Welt, und in Unternehmerfamilien wie den Krupps – so wird mitunter vermutet – waren die Ehefrauen wohl eher schmückendes Dekor für die gesellschaftlichen Verpflichtungen. Ein genauerer Blick auf die Lebensläufe und Lebensleistungen der Krupp-Frauen zeigt, welch wesentlichen Anteil sie am Erfolg des Unternehmens hatten. Schon der Aufstieg wäre ohne sie gar nicht denkbar gewesen.
So stammte das Startkapital für die Gussstahlfabrik aus dem Vermögen, das Helene Amalie Krupp als Witwe und ausgesprochen gewiefte Geschäftsfrau und Unternehmerin am Anfang des 19. Jahrhunderts erwirtschaftet hatte; ihr Enkel legte damit den Grundstein für den Weltkonzern.

Vor allem zwei Frauen haben, auch in der Wahrnehmung ihrer Zeitgenossen, besonders stark die Vorstellung vom „Krupp’schen Geist“, der Einheit von Profitstreben und sozialer Verpflichtung den Arbeitern und der Stadt gegenüber, gelebt: Margarethe Krupp, die Frau von Friedrich Alfred Krupp, und ihre Tochter Bertha Krupp, später Krupp von Bohlen und Halbach. Die Erinnerung an sie ist im Ruhrgebiet, vor allem in Essen, noch sehr lebendig: in der „Villa Hügel“, aber besonders auch an den Orten und in den Institutionen, die von ihnen gestiftet und betreut wurden, also in Krankenhäusern, Altensiedlungen und dem Stadtteil Margarethenhöhe.

Die Autorin Petra Spamer-Riether erzählt die Lebensgeschichten der Krupp-Frauen über fünf Generationen wie in einem historischen Bilderbogen. Diana Maria Friz, eine Enkelin von Bertha Krupp, die sich auch als Historikerin mit ihren starken Vorfahrinnen beschäftigt hat, gibt persönliche Einblicke in das Familienleben der Krupps. Zahlreiche Fotos, Dokumente und Filmausschnitte aus dem Historischen Archiv Krupp erlauben einen anderen Blick auf die Geschichte des Unternehmens und der Familie Krupp.