zufällige Doku

Die Chemiefalle: Hormone im Trinkwasser (SWR Doku)


Im Naturparadies Alpen stehen Forscher vor einem Rätsel. Im Thuner See beobachten Fischer mysteriöse Veränderungen an den gefangenen Felchen. Fast die Hälfte der Fische hat missgebildete Geschlechtsteile. Wissenschaftler suchen fieberhaft nach den Ursachen. Der Verdacht: Chemische Stoffe, die ähnlich wie Hormone wirken. Droht die Gefahr auch dem Menschen? Hormonaktive Chemikalien bestimmen unseren Lebensalltag. Sie stecken in Plastik, Kosmetik, Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln und gelangen laufend in die Umwelt. Gleichzeitig machen Wissenschaftler weltweit alarmierende Beobachtungen: Eisbären bringen Zwitter zur Welt. Fische verweiblichen. Kaulquappen entwickeln sich nicht mehr zum Frosch. Und: Die Spermienqualität der europäischen Männer soll sich in den letzten 50 Jahren massiv verschlechtert haben. Hormone in winzigen Mengen steuern Entwicklung und Verhalten von Tier und Mensch. Chemikalien ähneln oft den körpereigenen Hormonen und können das sensible System stören – besonders gefährlich ist das bei Schwangeren und Säuglingen. Die Chemieindustrie sieht dennoch keine Gefahr. Gesetzliche Kontrollmechanismen funktionieren nicht. Der Film zeigt Auswirkungen von hormonaktiven Chemikalien. Ist die zehn Monate alte Lilly ein Opfer dieser Substanzen? Sie ist weder Junge noch Mädchen. Und was ist mit dem 37 Jahre alten Oliver J.? Seine Frau kann nicht schwanger werden, weil sich in seinem Ejakulat überhaupt keine Spermien befinden. Zufälle oder Vorboten einer bedrohlichen Entwicklung? Autor Claus Hanischdörfer begibt sich auf Spurensuche.

#Wissenschaft #Chemie #SWR