zufällige Doku

Der Meisterspion – Klaus Fuchs und die Atombombe


Klaus Emil Julius Fuchs (* 29. Dezember 1911 in Rüsselsheim am Main; † 28. Januar 1988 in Berlin) war ein deutsch-britischer Kernphysiker. Er war beschäftigt im amerikanisch-englischen Atombombenprojekt und hatte wesentlichen Einfluss auf die Forschungspolitik in der DDR. Er wurde als Atomspion bekannt. Den Weg zur Kernphysik fand er in den Jahren 1937 bis 1941, nachdem er als Stipendiat beim Physiker und Nobelpreisträger Max Born in Edinburgh eine gut dotierte Stelle angeboten bekam, wo er 1938 promovierte. Zwischenzeitlich wurde er im Dezember 1940 von den Briten als „Feindlicher Ausländer“ in einem kanadischen Gefangenenlager interniert. Seine kernphysikalischen Arbeiten setzte er ab Mai 1941 bis 1943 im Rahmen des militärischen britischen Atomprogramms „Tube alloys“ an der Universität Birmingham bei Rudolph Peierls fort. Dort erhielt er 1942 Kontakt zu Ruth Werner und berichtete bis zu seiner Enttarnung über die Atombombenprojekte in Großbritannien und den USA. Nachdem er im August 1942 britischer Staatsbürger geworden war, übersiedelte er 1943 für Arbeiten zur Uran-Isotopentrennung und Fragen der Implosionstechnik nach New York und schließlich Los Alamos. Er war maßgeblich an der Entwicklung der Plutoniumbombe „Fat Man“ beteiligt. Nach Abschluss der Tätigkeit kehrte er 1946 nach Großbritannien zurück und übernahm die Leitung des Bereichs Theorie im Kernforschungszentrum Harwell. Dort befasste er sich mit der Entwicklung von Leistungsreaktoren, u. a. Schnellen Brütern. Seine Leistungen wurden 1950 durch den Vorschlag gewürdigt, ihn als Mitglied der ehrwürdigen Wissenschaftsakademie Royal Society aufzunehmen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn im selben Jahr wurde er unter anderem aufgrund des VENONA-Projektes als Spion enttarnt und wegen Spionage für die Sowjetunion nicht nur zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, sondern auch seine britische Staatsbürgerschaft wurde aberkannt. Seine Spionagetätigkeit stellte er bis zuletzt als ein Handeln aus Solidarität zur UdSSR dar, die er im Kampf gegen Nazideutschland unterstützen wollte. Er vertrat die Meinung, durch sein Handeln einen Atomwaffeneinsatz im Kalten Krieg verhindert zu haben, da durch ihn beide Seiten im Besitz von Atomwaffen seien. Nachdem man über vierzig Jahre lang nach dem Zweiten Weltkrieg davon ausgegangen war, dass Klaus Fuchs der einzige Physiker aus dem Manhattan-Projekt in Los Alamos war, der Informationen über den Bau der Atombombe an die Sowjetunion weitergab, bestätigte die Freigabe und Veröffentlichung der Ergebnisse des VENONA-Projektes durch den Militärgeheimdienst der USA den zweiten, bereits vermuteten Spion Theodore Alvin Hall. Sein sowjetischer Deckname war MLAD. Theodore A. Hall hatte 1944 wichtiges Material über die Implosions-Methode und andere Aspekte der Konstruktion einer Atombombe an die Sowjets übergeben. Er wurde bereits 1950 verdächtigt, bestritt aber zu jener Zeit alle Anschuldigungen und wurde nie verurteilt. Erst die Enttarnung und das Geständnis von Klaus Fuchs führte das FBI zu seinem Kontaktmann Harry Gold, der wiederum die Spur zu David Greenglass und dem Ehepaar Julius Rosenberg und Ethel Rosenberg, geb. Greenglass eröffnete. Golds Führungsoffizier John, auch bekannt als „Jakowlew“ — Anatoli Jazkow — war den gesamten Zweiten Weltkrieg über der Resident des NKWD in New York. Man war ihm dort nie auf die Spur gekommen. Da sich diese Aktivitäten im auf Geheimhaltung fixierten Spionagebereich abspielten, sind alle Informationen zu diesen Aktivitäten mit Vorsicht zu betrachten und trotz zahlreicher Enthüllungen weiterhin teilweise kontrovers.

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