zufällige Doku

Der Fall Kampusch – Ein Schicksal im Rampenlicht (3sat Doku)


Der Fall Natascha Kampusch scheint zur endlosen Geschichte zu werden. Fünfzehn Jahre nach Kampuschs Entführung und sieben Jahre, nachdem sie sich aus der Gewalt ihres Geiselnehmers befreit hat, kommt in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Spielfilm „3096 Tage“ heraus. Basierend auf Kampuschs eigenem Buch, ist der Film das letzte Werk des verstorbenen Erfolgsproduzenten Bernd Eichinger, der stets ein großes Themengespür bewiesen hat.
3sat zeigt in einer Dokumentation die enorme mediale Wirkung, die der Fall Kampusch im Lauf der Jahre entfaltet hat. Der Fall Natascha Kampusch gilt als weltweit einzigartig in der Kriminalgeschichte. Im März 1998 wurde die damals zehnjährige Österreicherin entführt und erst nach mehr als acht Jahren Gefangenschaft gelang ihr am 23. August 2006 die Flucht.

Nicht nur in Österreich, wo Kampusch in einem perfiden Kellerverlies große Teile ihrer Kindheit und Jugend zubringen musste, sondern rund um die Welt, hat die Geschichte dieser Frau hohe Wellen geschlagen. Bis ins österreichische Parlament, zum FBI und zum deutschen Bundeskriminalamt reichte die Sprengkraft dieses Kriminalfalles.
Die 3sat-Dokumentation analysiert den Umgang der Medien mit dieser Geschichte und zeigt, wie Entführungsopfer nach ihrer Befreiung den Weg zurück in ein normales Leben finden können. Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell erklärt die Besonderheit der Kampusch-Story. In ihrem wie auch in anderen Fällen zeigt sich immer wieder, dass Teile der Öffentlichkeit überfordert sind, wenn jemand, der durch Geiselnahme zum Opfer geworden ist, nachher nicht mehr nur als Opfer gesehen werden möchte.