zufällige Doku

Der deutsche Adel – Von Fürsten, Schlössern und Manieren (Phoenix Doku)


Sie leben mitten unter uns. Ihre Zahl wird auf 80.000 geschätzt. Sie pflegen uralte Traditionen und werden von vielen bewundert. Die deutschen Adeligen. Doch was wissen wir wirklich über den Alltag von Prinzen, Fürsten und Baronen? Von Aristokraten erwartet man, dass sie außer Personal auch vollendete Umgangsformen besitzen. Dass sie die Jagd und Pferderennen lieben, konservative Kleidung tragen und elitäre Hobbys pflegen. Wie viel davon ist Klischee, wie viel stimmt wirklich? Worauf legt der deutsche Adel tatsächlich Wert? Die ZDF-Dokumentation besucht opulente Bälle und Feste des Adels, blickt hinter Schlossmauern und zeigt, wie es in der Welt des blauen Blutes zugeht.

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis war einst der Paradiesvogel unter Deutschlands Adligen. Die geborene Gräfin von Schönburg-Glauchau ist von edler Abstammung, doch ihre Familie verlor nach dem Zweiten Weltkrieg sämtliche Besitztümer. Glorias Finanzlage änderte sich schlagartig durch die Heirat mit Fürst Johannes von Thurn und Taxis, Spross einer 500 Jahre alten Dynastie, die in Deutschland das moderne Postwesen erfand. Die junge Fürstin trat zunächst als schrille „Punkprinzessin“ auf. Doch als der mehr als 30 Jahre ältere Gatte 1990 starb, wandelte sie sich von der Ulknudel zur seriösen Managerin und steht bis heute einem der reichsten Adelshäuser Deutschlands vor. Von Ihrer Durchlaucht erfahren die Zuschauer, welchen Stellenwert Umgangsformen heute noch haben, wie es ist, in einem Schloss zu wohnen und was man sich einfallen lassen muss, um es zu erhalten. Dass der Bischof von Regensburg bei einem festlichen Abendessen in Schloss St. Emmeram möglicherweise von einem Elektriker bedient wird, ist nur eine der Geschichten rund um das Leben derer von Thurn und Taxis.

Wer überhaupt als aristokratisch gelten darf, steht im „Gotha“, dem Nachschlagewerk für adlige Familienstammbäume. Aber längst nicht jeder kennt jeden persönlich – zum Glück veranstaltet die „Vereinigung der deutschen Adelsverbände“ jährlich Kennenlern-Events wie „Adel auf dem Radl“, bei denen man auch nach standesgemäßen Partnern Ausschau halten kann. Traditionell schweift der Blick dabei oft auch über Landesgrenzen hinaus, so wie bei Erbprinz Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg, Herr zu Rheda in Westfalen. Seine Familie ist mit Herrscherhäusern in ganz Europa verwandt, und seine Gattin stammt aus dem britischen Königreich. Die Etikette hat ihren Preis, denn weder Internate noch perfekt ausgebildete Butler sind umsonst zu haben. Als Verpflichtung empfinden viele Aristokraten außerdem auch karitatives Engagement – vom Fördern einer Armenküche, Unterstützung für das Rote Kreuz bis zur Organisation einer Pilgerfahrt nach Lourdes.

Die Dokumentation „Der deutsche Adel – Von Fürsten, Schlössern und Manieren“ wirft einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Blick in die schillernde Welt des deutschen Adels.