zufällige Doku

Der blutende See – Expedition zum Grund des Alatsees (3sat Doku)


Der Alatsee bei Füssen wirkt wie ein normaler Bergsee, doch hier herrschen Bedingungen wie zu der Zeit, als das Leben auf der Erde entstand. Idyllisch eingebettet in eine malerische Bergkulisse der Allgäuer Alpen, nur zehn Kilometer von Füssen entfernt, liegt der Alatsee. Doch tief unten lauert etwas, das mit Idylle nichts mehr zu tun hat. Etwas, das die Haut verätzt. Etwas, das Wasser blutrot färbt. Der Alatsee ist außergewöhnlich: In 15 Meter Tiefe beginnt die dickste lebende Schwefelschicht Europas — es sind Milliarden von Bakterien. Sie bilden eine rosafarbene, meterdicke, giftige Brühe, die nicht nur Silberkettchen oder Bleigewichte oxidiert, sondern jedes Gewebe angreift. Es ist eine Welt ohne Sauerstoff. Kommt die Bakterienschicht an die Oberfläche, stirbt alles Leben, sogar die Grundwasserversorgung für mehr als 30 000 Menschen ist gefährdet. Im See wird das Wasser kaum ausgetauscht. Der Alatsee ist somit ein meromiktischer See. Es gibt drei getrennte Lebensbereiche — bis 15 Meter ist er ein normaler See mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Dann kommt die Schwefelschicht. Und darunter? Niemand weiß es. Die Universitäten München und Stuttgart versuchen für diesen Film, mit Hightech dem See seine Geheimnisse zu entreißen. Und sie sind nicht nur biologischen Aspekten auf der Spur. Seit 1945 reißen die Gerüchte nicht ab, dass der Alatsee Versteck der Goldvorräte des NS Regimes geworden ist. Bei dem Versuch, die Schwefelschicht zu durchtauchen, starben mehrere Schatzsucher. Bis heute herrscht strengstes Tauchverbot und deshalb brodelt die Gerüchteküche.

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