zufällige Doku

Das Drachenmuseum (arte Doku)


Wenn der Drache ungezügelte Animalität symbolisiert, verkörpert sein Tod die Zähmung der Natur. Das Fabelwesen hat seit der Antike so viele Gestalten angenommen, dass man es nur schwer auf eine Erscheinung festlegen kann.

Jeder kennt die Figur des Drachens. Über Jahrzehnte und Kontinente hinweg hat sie in der Fantasiewelt der Menschen überall ihr charakteristisches Markenzeichen hinterlassen. Noch heute wird der Drache weltweit als starke Symbolfigur geachtet. Er spukt in der Literatur, in religiösen Texten, Filmen und Videospielen und passt sich mühelos allen Medien an. Aber kennen wir ihn wirklich? Seit der Antike hat der Drache so viele Gestalten angenommen, dass man ihn nur schwer genau definieren kann. Und heute sehen wir ihn mit völlig anderen Augen, weil der Fortschritt der Naturwissenschaft den Drachen ganz allmählich von einem realen Geschöpf zur Legende gemacht hat. Das Verschwinden des Drachens kann als eine Metapher für den Übergang von einer Welt des Glaubens in eine rationale Welt verstanden werden. Der Tod des Drachens kann die Zähmung der Natur verkörpern. Doch darf nicht in Vergessenheit geraten, dass er einst sowohl von den religiösen Obrigkeiten als auch von den Naturforschern als etwas sehr Reales angesehen wurde. Will man diese Geschöpfe wirklich verstehen, muss man wieder in eine Welt eintauchen, in der ihre Existenz nicht infrage gestellt wird.

Die Dokumentation erklärt die Lebensweise von Drachen, erzählt ihre Naturgeschichte und lässt die Fabelwesen damit existieren. Dieser neuartige Ansatz ergänzt im Grunde inhaltliche Erwägungen symbolischer, ethnologischer und theologischer Ausrichtung über unsere Beziehungen zum Wunderbaren. „Das Drachenmuseum“ versteht sich als Bindeglied zwischen der rationalen, wissenschaftlichen Welt von heute und dem mystischen und übernatürlichen Universum von einst. Es gibt einen fließenden Übergang zwischen diesen beiden Welten. Und genau diesen Übergang zeigte der große Drachenexperte Willem Heurtz in seinem Museum. Nachdem er sein Leben lang nach seltenen Gegenständen gesucht hatte, die mit Drachen in Zusammenhang stehen, brachte er in den 30er Jahren seine Sammlung in ein Museum ein und vereinigte damit alle „Beweise für die Existenz von Drachen“. Das Museum wurde während des Krieges zerstört, aber es gibt einen 1938 gedrehten Film darüber. Er dauert 20 Minuten und wird in gesamter Länge ausgestrahlt. Er dient den Experten für ihre Analyse, in der sie eine Fülle an Mythen enthüllen und verblüffende Interaktionen zwischen Wissenschaft und Vorstellungskraft aufzeigen, die stets ein Quell der Kreativität waren.