zufällige Doku

China 1989 – Volksaufstand auf dem Tiananmen-Platz


Als Tian’anmen-Massaker (Tor des himmlischen Friedens) bezeichnet man die gewaltsame Beendigung eines Volksaufstandes, bei dem der Platz des himmlischen Friedens in Peking durch eine ursprünglich studentische Demokratiebewegung besetzt wurde. Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Trotz der Namensgebung kam es auf dem Platz selbst zu keinen Todesfällen. Bei der Niederschlagung des Aufstands kamen in anderen Teilen der Stadt jedoch zwischen 300 und 3000 Menschen ums Leben. Das chinesische Rote Kreuz kam durch Auswertung von Krankenhausunterlagen auf die Angaben von 2600 Toten und rund 7000 Verletzten im Laufe der Woche und in ganz Peking. Die chinesische Bewegung war von den Reformbestrebungen in der Sowjetunion und Osteuropa inspiriert. Aufgrund der Besetzung des Platzes hatte die Regierung zuvor den sowjetischen Präsidenten Gorbatschow nicht auf dem Platz empfangen können, die Studenten sahen in Gorbatschow einen Hoffnungsträger. Die wegen des Staatsbesuchs Gorbatschows zahlreich anwesende internationale Presse machte die chinesische Demokratiebewegung und ihre Forderungen weltweit bekannt. Während in der Sowjetunion und in Osteuropa eine weitgehend friedliche Reform gelang, scheiterte dieser Versuch in China für mehrere Jahrzehnte. Durch die arabischen Proteste inspiriert, wurde unter dem Namen „Jasmin-Revolution“ erst im Februar 2011 wieder zu öffentlichen Protesten aufgerufen. Schon mehrfach in der Geschichte Chinas war der Platz des himmlischen Friedens Schauplatz blutig niedergeschlagener Aufstände, zuletzt 1976 mit dem sogenannten Tian’anmen-Zwischenfall. Die geschätzten Opferzahlen gehen sehr weit auseinander. Offiziell war von insgesamt 300 toten Soldaten und Zivilisten die Rede, etwa 5.000 Soldaten und 2.000 Zivilisten wurden verletzt. Amnesty international schätzte 700 bis 3.000 Tote, das chinesische Rote Kreuz meldete am 4. Juni den Tod von 2.600 Zivilisten.

#Geschichte #China #Revolution