zufällige Doku

Bombay Beach (arte Doku)


Einst war der Saltonsee im Süden Kaliforniens ein beliebtes Ausflugsziel. Heute ist er umgekippt und versalzen. Der ökologische Tod des Gewässers bedeutete auch den Niedergang des an seinem Ufer gelegenen Ortes Bombay Beach. Doch hier leben immer noch Menschen in heruntergekommenen Häusern und Wohnwagen. Die aus Israel stammende Filmemacherin und Videokünstlerin Alma Har’el porträtiert diese Außenseiter der Gesellschaft, die zwar über wenig Geld, aber dafür über umso mehr Menschlichkeit verfügen.

Im Süden Kaliforniens, am Saltonsee, liegt Bombay Beach. Der Ort ist eine der ärmsten Gemeinden des Landes. Etwa hundert Menschen leben noch in der Gegend. Der See verdankt seine Existenz einem Dammbruch vor gut 100 Jahren und war lange Zeit ein wirtschaftlich aufstrebendes und beliebtes Ausflugsziel. Inzwischen ist er umgekippt und versalzen, da ihm jeder Zufluss fehlt. Bombay Beach besteht noch aus einer Aneinanderreihung heruntergekommener Häuser und Wohnwagen.

Zu den Bewohnern zählt die Familie des sechsjährigen manisch-depressiven Benny. Die Waffenliebe seiner Eltern rief bereits Polizei und Jugendfürsorge auf den Plan und brachte beide Elternteile ins Gefängnis. Doch was auf den ersten Blick den Anschein völliger Verwahrlosung erweckt, entpuppt sich als eine durchaus liebevolle und fürsorgliche Familie. Der schwarze Jugendliche CeeJay ist aus Los Angeles nach Bombay Beach geflohen, nachdem sein jüngerer Cousin einer Schießerei unter rivalisierenden Banden zum Opfer fiel. Er träumt von einer Karriere als Football-Spieler und trainiert hart für eine bessere Zukunft. Der alte, bärbeißige Rentner Red, der immer einen geladenen Revolver im Wohnwagen liegen hat, war einst Ölarbeiter und verheiratet. Heute schlägt er sich mit dem Verkauf von Zigaretten und mit Hilfe einer Flasche Schnaps durch den Tag. Trotz der verarmten, bisweilen tragischen Zustände und des derben Umgangstons in diesem abgelegenen kleinen Nest gibt es Zusammenhalt und Menschlichkeit in Bombay Beach.

Die israelische Fotografin und Videokünstlerin Alma Har’el zeigt in ihrem ersten Dokumentarfilm den entlegenen Ort als eine fast surreale Traumlandschaft. Weich gezeichnete Bilder erinnern an die Ästhetik von Musikvideos. Der gezielte Einsatz von Songs von Bob Dylan und der Band Beirut verstärken diesen Effekt. Der Film war unter anderem in der Sektion Panorama auf der Berlinale und als Best Documentary auf dem Tribeca International Film Festival 2011 zu sehen.

Alma Har’el ist durch ihre Live-Video-Art Performances mit Musikern in New York und London aufgefallen. Bekannte Musiker erkannten ihr Talent und übertrugen ihr die künstlerische Leitung für ihre Musikvideos, so auch Sänger Zach Condon von der Band Beirut, mit dem sie sehr oft zusammenarbeitete. Ihre Musikvideos wurden weltweit und mehrfach auf Film- und Musicvideo Festivals nominiert.