zufällige Doku

Auf den Spuren von Moby Dick (arte Doku)


Die 300-jährige Geschichte des amerikanischen Walfangs von den Anfängen im 17. Jahrhundert vor den Küsten von Neuengland und Cape Cod über das Goldene Zeitalter der Hochseefischerei bis hin zu seinem Niedergang in den Jahrzehnten nach dem Sezessionskrieg ist eng verknüpft mit der Geschichte des amerikanischen Kapitalismus. Der Dokumentarfilm verdeutlicht diesen Zusammenhang am Beispiel der Geschichte des legendären Walfang-Segelschiffs „Essex“, das im Sommer 1819 in Nantucket in See stach. Das Schicksal der „Essex“ inspirierte den jungen Herman Melville zu einem Meisterwerk der Weltliteratur: „Moby Dick“.

Fangflotten segelten zuweilen jahrelang um die Welt, um die gigantischen Meeressäuger zu jagen und abzuschlachten. Nach dem Harpunieren von kleinen Booten aus, wurden die Kolosse zum Hauptschiff geschleppt und in Fischbein, Fett und kostbares Walrat zerteilt. An Bord wurde der Walspeck in riesigen Tran-Siedern zerlassen. In ihrem Jagdfieber spürten die Menschen die weltweiten Walbestände auf und dezimierten sie. Geblendet von ihrer Gier, kümmerten sie sich wenig um die Konsequenzen ihres Handelns. „Der arme Wal ist zum Aussterben verurteilt“, schrieb ein Walfänger bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, „oder er wird so stark ausgerottet, dass die wenigen überlebenden Exemplare die Gewinnsucht des Menschen nicht mehr anstacheln.“

Wegen des weltweiten Rückgangs der Walbestände und der Entdeckung von Erdöl in Pennsylvania im Jahr 1859 kam der amerikanische Walfang bald danach zum Erliegen. Der Dokumentarfilm verdeutlicht, dass das Walsterben eines der traurigen Symbole für den Wahnwitz und die kurzsichtige Profitgier der Menschen bleibt.