zufällige Doku

ARD Dokumentation – Russland, mein Schicksal (2)


Die zweite Station der Bilderreise durch die Geschichte Russlands ist Sankt Petersburg, die Stadt, die mehrfach ihren Namen geändert hat und die in immer neuen Facetten von der Suche der Russen nach ihrer Identität zwischen Ost und West erzählt. Als Russlands „Fenster zum Westen“ wurde sie 1703 von Zar Peter dem Großen im Sumpfland der Ostseeküste aus dem Nichts gegründet.
Dass die Stadt mit ihren prachtvollen Palästen, goldenen Kuppeln und breiten Boulevards bis heute ein einzigartiges architektonisches Denkmal ist, hat viel mit einem Mann aus dem Tessin zu tun: Der Architekt Domenico Trezzini schuf den Masterplan für die neue Metropole, legte den Grundstein für das Straßen- und Kanalnetz, lieferte die Pläne für Garten und Paläste, für Brücken und Parkanlagen. Doch Sankt Petersburg ist auf Knochen gebaut: Zehntausende Arbeiter verloren bei den Bauarbeiten ihr Leben, durch Unfälle oder Krankheiten.
Sankt Petersburg ist auch der Ort, an dem die Russische Revolution 1917 ihren Anfang nahm. Als Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, hier mit Duldung der deutschen Behörden und heimlich unterstützt mit deutschem Geld die Chance zum kommunistischen Umsturz ergriff, hieß die Stadt Petrograd, 1924 wurde sie in Leningrad umbenannt. Doch was der Aufbruch zu einer besseren Welt sein sollte, mündete in eine blutige Terrorherrschaft…

Film von Jan N. Lorenzen und Carsten Günther